Als erste Provinz in Kambodscha

Siem Reap verbietet das Schlachten von Hunden

15. Juli 2020 - 6:04 Uhr

Hunde in Teilen Kambodschas zur Delikatesse verdammt

Hunde werden bei uns als Haustiere verhätschelt und geliebte Familienmitglieder gehalten, doch in vielen asiatischen Ländern landen die besten Freunde der Menschen auf der Speisekarte. In der Touristenstadt Siem Reap in Kambodscha soll damit Schluss sein. Laut einer Tierschutzorganisation dürfte die Vierbeiner dort nicht mehr geschlachtet werden.

Hunde-Schlachten ab sofort verboten

In Siem Reap ist laut der Tierschützer von "Vier Pfoten" ab sofort Hundefleisch verboten. Das Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei beschloss am 6. Juli, dass das Schlachten und Handeln mit Hunden zum Verzehr ab sofort in der Provinz nicht mehr erlaubt ist. Siem Reap gilt als erste Provinz, die ein solches Verbot einführt.

Jährlich drei Millionen Hunde getötet

Jährlich werden laut "Vier Pfoten" in Kambodscha geschätzt drei Millionen Hunde für ihr Fleisch getötet. Der Handel sei nicht nur grausame Tierquälerei, sondern stelle auch aufgrund von Tollwut-Ausbrüchen und Verbreitung zoonotischer Krankheiten ein Risiko für die öffentliche Gesundheit dar, warnte die Organisation. Das Verbot sei ein Wendepunkt für den Tierschutz in der Region.

"Die historische Entscheidung der Regierung in Siem Reap, den Diebstahl, den Handel und das Schlachten von Hunden zu verbieten, ist ein Meilenstein für den Tierschutz in Kambodscha. Sie spiegelt die gegenwärtige Stimmung unter der Bevölkerung wider. Wir hoffen, dass auch alle anderen Provinzen dem Beispiel Siem Reaps folgen, um das Leben von Millionen von Hunden zu schützen", sagt Katherine Polak, Tierärztin und Leiterin der "Vier Pfoten"-Streunerhilfe in Südostasien.

Hotspot für Hundefleischhandel

Bis vor kurzem habe sich der brutale Handel ungehindert fortgesetzt, obwohl der Konsum von Hundefleisch umstritten sei. Die gleichnamige Provinz Siem Reap galt bisher als Hotspot für den landesweiten Hundefleischhandel. Mit den dort monatlich über 7.000 eingefangenen Hunden sei auch der Hundefleisch-Bedarf des östlichen Teils des Landes - vor allem in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh - gedeckt worden.

In Siem Reap sei Hundefleisch in vielen Lokalen rund um die weltberühmte Tempelanlage Angkor Wat verkauft worden. Kleinbusse sollen jeden Monat mindestens 3.750 lebende Hunde, eingepfercht in kleinen Käfigen, von Siem Reap zu den großen Schlachthäusern in Kampong Cham, Kampong Thom und Skun gebracht haben. Dort sollen sie ertränkt, erstochen oder erhängt worden sein, berichtet "Vier Pfoten". Anschließend seien sie an Hunde-Restaurants verkauft worden.