Erdbeben erschüttert Kalifornien

Heftigstes Beben seit 20 Jahren erschreckt Millionen Menschen

© REUTERS, DAVID MCNEW, HK/DM/DH

5. Juli 2019 - 7:45 Uhr

Hollywood-Regisseurin befürchtete „The Big One“

Das schwerste Erdbeben seit 20 Jahren hat am Donnerstag den Süden Kaliforniens erschüttert. Der Erdstoß war von Los Angeles bis nach Las Vegas zu spüren und schreckte Millionen Menschen auf. Das Beben in einer Wüstenregion über 200 Kilometer nordöstlich von Los Angeles hatte eine Stärke von 6,4 auf der Richterskala. Mehr als Hundert Nachbeben trafen die Region.

Glücklicherweise nur leichte Schäden

Feuer nach dem Beben im Städtchen Ridgecrest
Feuer nach dem Beben im Städtchen Ridgecrest
© BEN HOOD, SOCIAL MEDIA, MOS/OLA

Am stärksten wurde die Kleinstadt Ridgecrest nahe dem Death-Valley-Nationalpark erschüttert. Bei den Behörden im Bezirk Kern County trafen zahlreiche Notrufe ein. In Geschäften stürzten Regale ein, Häuser wurden beschädigt, einige Straßen wiesen Risse auf. Glücklicherweise gebe es aber keine Berichte über Todesopfer oder Schwerverletzte, sagte die Bürgermeisterin von Ridgecrest dem Sender CNN.

Auch in Los Angeles schreckte das Beben die Einwohner auf. "Das war ein Großes", twitterte die Sängerin Lana Del Rey. Auch Popstar Mariah Carey war betroffen. "Ich komme aus New York, ich kann damit nicht umgehen", so die Sängerin. Sie habe ihr ganzes Leben in Los Angeles verbracht, dies sei der längste Erdstoß gewesen, den sie je gespürt habe, schrieb Regisseurin Ava DuVernay.

Zum ersten Mal habe sie gedacht, dies könnte "The Big One" sein. Damit sprach sie ein gefürchtetes Großbeben an, das Seismologen Kalifornien seit Längerem vorhersagen.

Leben mit der Angst am San-Andreas-Graben

Ein Seismograph zeichnet am 23.12.2003 im USGS Center (US Geological Survey) in Caltech im US-Bundesstaat Kalifornien die Erdstöße während des San Simeon Erdbebens auf. Das Erdbeben der Stärke 6,5 auf der Richterskala ereignete sich nahe der Ortschaf
Seismographen zeichnen die Erdstöße in Kalifornien auf. Die Region gilt wegen des San-Andreas-Grabens als stark gefährdet.
© picture-alliance / dpa, epa Jeff Tran

Der US-Westküstenstaat gilt als sehr anfällig für Erdbeben: Auf einer Länge von knapp 1.300 Kilometern zieht sich der San-Andreas-Graben durch Kalifornien. An der tiefreichenden Störung in der Erdkruste schiebt sich die pazifische Platte nach Nordwesten und reibt sich am nordamerikanischen Kontinent. Dabei bauen sich gewaltige Spannungen in der Erdkruste auf, die sich in Erdbeben entladen können. Das jetzige Beben ereignete sich auf einer Verwerfung rund 150 Kilometer nordöstlich des San-Andreas-Grabens.