Kalifornien: Hätte der Amoklauf verhindert werden können?

26. Mai 2014 - 15:24 Uhr

Polizei entdeckt drei erstochene Mitbewohner

"Das hier ist mein letztes Video. Morgen ist der Tag der Vergeltung, der Rache an der Menschheit, an euch allen." Diese Worte spricht ein junger Mann aus Santa Barbara (USA) bei Youtube in die Kamera – dann rast er durch die Straßen der Kleinstadt und schießt wild um sich. Später entdeckt die Polizei in seinem Appartement drei erstochene Mitbewohner.

Kalifornien: Hätte der Amoklauf verhindert werden können?
Die Menschen in Isla Vista trauern um die Opfer des Amoklaufes.
© dpa, Michael Nelson

Der von den Behörden offiziell als Elliot Rodger identifizierte Mann hatte seine grausame Tat lange geplant. Neben Videos fand die Polizei ein 140-seitiges Manifest, in dem der Student seine Rache an jungen Frauen ankündigt. Am Freitagabend setzte er seinen teuflischen Plan dann in die Tat um. Aus seinem Auto heraus, schoss er in der Kleinstadt Isla Vista bei Santa Barbara wild um sich und erschoss drei Menschen, weitere 13 wurden verletzt. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei stirbt der Amokläufer in seinem Wagen. Der örtliche Sheriff Bill Brown sprach auf einer Pressekonferenz von "vorsätzlichem Massenmord", es sei eine "chaotische Reihe von Tatorten". Der Täter sei offensichtlich "geistig schwer gestört" gewesen. Später entdeckte die Polizei im Apartment des Schützen drei erstochene Mitbewohner. Brown korrigierte damit frühere Angaben, nach denen alle Opfer bei der Amokfahrt ums Leben gekommen waren.

Killer schickte "Manifest" an seine Eltern

In einem Internetvideo hatte der spätere Schütze zuvor angekündigt, er wolle Mitglieder einer Studentinnen-Verbindung in einem Gebäude nahe der Universität erschießen. "In den vergangenen acht Jahren meines Lebens war ich zu einer Existenz der Einsamkeit, Zurückweisung und unerfüllter Sehnsüchte gezwungen, alles, weil Mädchen sich nie zu mir hingezogen gefühlt haben." Weiter erklärte er: "Ich werde euch alle dafür bestrafen. Ich werde jede einzelne verwöhnte, hochnäsige blonde Hure abschlachten, die ich dort vorfinde."

Die Eltern des Todesschützen hatten kurz vor dem Amoklauf ihres Sohnes von dessen Plänen für die Tat erfahren und verzweifelt versucht, ihn noch rechtzeitig zu finden. Laut dem Sender CNN verschickte Rodger vor der Tat ein "Manifest" an seine Eltern und andere Menschen, in denen er seine Pläne und sein Motiv - Frauenhass - enthüllte. Die Mutter habe die Polizei informiert und sei mit ihrem Mann nach Isla Vista gefahren. Auf dem Weg dorthin hätten sie dann aber schon erste Berichte über Schüsse erhalten.

Der Vater eines Opfers erhob schwere Vorwürfe wegen der seiner Meinung nach zu laxen Waffengesetze. "Warum ist Chris gestorben? Chris ist wegen feiger, verantwortungsloser Politiker und der (Waffenlobby) NRA gestorben", sagte Richard Martinez dem Sender CNN. "Sie sprechen über das Recht, Waffen zu besitzen. Und was ist mit Chris' Recht auf Leben?" Unter Tränen forderte er Konsequenzen: "Wann sagen die Menschen, stoppt diesen Wahnsinn?"

Laut dem zuständigen Sheriff wurden im Auto des Täters drei halbautomatische Waffen gefunden, die sich der Schütze in drei verschiedenen Städten legal gekauft hatte. Der Täter hatte noch 400 Schuss Munition übrig. Hätte ihn die Polizei nicht gestoppt, wäre das Blutbad wahrscheinlich noch schlimmer ausgefallen.