Wie konnte der Uni das nicht auffallen?

Geschwister machen als Mac-Diebe Millionen

Apple Macbook (Motivbild)
Apple Macbook (Motivbild)
© DPA

29. März 2021 - 13:00 Uhr

MacBooks waren mehrere Millionen wert

Ihre dreiste Masche fiel jahrelang nicht auf. Patricia Castaneda (37) aus San Carlos im US-Bundesstaat Kalifornien hat der renommierten Stanford Universität 800 MacBooks im Wert von mehreren Millionen US-Dollar gestohlen. Die Ware verkaufte sie anschließend mit ihrem Bruder, Eric Castaneda (36), weiter, das berichtet "The Stanford Daily" unter Berufung auf das US-Justizministerium.

Kalifornien: Patricia war im Einkauf der Stanford Universität tätig

Die kriminellen Geschwister sollen MacBooks im Wert von mehr als 2,4 Millionen US-Dollar (umgerechnet 2,03 Millionen Euro) gestohlen haben, wie "The Register" berichtet. Andere US-Medien sprechen von einem Schaden von sechs Millionen US-Dollar.

Die Masche: Patricia war offenbar im Einkauf der Universität beschäftigt. Jedem Studenten der Uni steht demnach alle drei Jahre ein neues MacBook zu. Die sollte die Angestellte besorgen. Doch ganz so genau nahm es Castaneda mit der Anzahl nicht. Die 37-Jährige bestellte immer mehr Laptops, als eigentlich benötigt wurden und ließ den Rest mitgehen, so der Bericht.

Von zuhause aus soll sie die Geräte dann über eine Plattform namens Craiglist weiter verkauft haben. In dem Portal bieten Menschen Dinge zum Verkauf an – ähnlich wie zum Portal "Ebay Kleinanzeigen" in Deutschland.

Chats überführen kriminelle Geschwister

Den Vertrieb der gestohlenen MacBooks übernahm Patricias Bruder Eric, so die Berichte aus den USA. Über einen Kontaktmann aus Folsom, ebenfalls in Kalifornien, soll er die Ware aus den USA herausgeschmuggelt haben. Nach der Festnahme der kriminellen Geschwister entdeckten die Ermittler eindeutige Chats auf den Handys der Verdächtigen. In einem Chat heiß es:

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  • Kontaktmann aus Folsom: "Hey, hast du mit deiner Schwester geredet, ob wir noch mehr Computer bekommen können?"

  • Eric Castaneda: "Wie viele brauchst du? Wenn wir mehr kriegen, will ich nicht auf den übrigen sitzen bleiben, verstehst du?"

  • Kontaktmann aus Folsom: "Ich würde 100 Stück kaufen, wenn du an die rankommst."

Der Universität fiel der MacBook-Verlust nicht auf

Studenten gehen über den Campus der Stanford University.
Studenten gehen über den Campus der Stanford University. Eine Mitarbeiterin der renommierten Hochschule soll 800 MacBooks geklaut haben.
© deutsche presse agentur

Patricia und ihr Bruder bekannten sich wegen der erdrückenden Beweislage schuldig. Patricia droht eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren und eine Geldstrafe von umgerechnet 212.000 Euro. Ihr Bruder muss mit der gleichen Geldstrafe und fünf Jahren Knast rechnen. Das Urteil gegen die Geschwister soll am 7. Juni fallen.

Warum es der Universität Stanford nicht aufgefallen ist, dass Hunderte MacBooks verschwanden, ist bislang unklar. Die private Hochschule zählt zu den renommiertesten der Welt. Seit Gründung der Universität wurden 30 Lehrkräfte mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Berühmte Absolventen sind unter anderem Schauspielerin Reese Witherspoon und Sportler Tiger Woods.