Kalayci verlässt sich bei Schutzkleidung auf den Bund

Dilek Kalayci (SPD), Berlins Gesundheitssenatorin. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild
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26. März 2020 - 10:42 Uhr

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) verlässt sich bei der Beschaffung dringend benötigter Schutzkleidung für Arztpraxen auf den Bund. "Der Zustand, über den sich die KV (Kassenärztliche Vereinigung) gerade beklagt, ist ein internationaler Zustand. Die Beschaffung von Schutzkleidung ist auf Bundes- wie auf Landesebene schwierig", sagte Kalayci der "Berliner Zeitung" (Donnerstag). "Und der Markt ist zurzeit alles andere als seriös. Deswegen habe der Bund eine zentrale Beschaffung auf den Weg gebracht.

"Das Bundesgesundheitsministerium hat uns zugesichert, dass die Kassenärztliche Vereinigung durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung die persönliche Schutzausrüstung bekommt", so die Senatorin. "Darauf verlasse ich mich. Über diesen Weg werden auch die Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder versorgt."

Die KV Berlin hatte in einem Brandbrief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) ein Maßnahmenpaket zur Schadensbegrenzung in der Coronakrise gefordert, darunter zum wiederholten Mal mehr Schutzausrüstung und einen Ausbau spezieller Versorgungsstrukturen für Infizierte. Bei vielen der etwa 6800 niedergelassenen Ärzte in Berlin werden allmählich Gesichtsmasken, Schutzanzüge oder Desinfektionsmittel knapp, so dass laut KV die Schließung von Praxen droht beziehungsweise einige schon dicht sind. Trotz der von Bund und Ländern angekündigten Beschaffung werde nicht oder zu wenig geliefert.

Quelle: DPA