Kairo: Christen beenden Sitzblockade

13. Februar 2016 - 9:14 Uhr

Mehrere hundert koptische Christen haben am Samstagmorgen ihre zweiwöchige Sitzblockade vor dem Fernsehgebäude in Kairo beendet. Sie hatten damit gegen Angriffe auf Kirchen im Kairoer Armenviertel Imbaba demonstriert. 15 Menschen waren getötet und 230 weitere verletzt worden, als radikale Muslime und Kriminelle zwei Kirchen und mehrere Wohngebäude gestürmt und teilweise in Brand gesetzt hatten. Der Konflikt hatte sich an einer zum Islam konvertierten Christin entzündet, die von Christen aus dem Umfeld der koptischen Kirche festgehalten worden war.

Die Blockade vor dem Fernsehgebäude am Nil-Ufer sorgte auch für eine erhebliche Behinderung des Autoverkehrs in der Kairoer Innenstadt. Der regierende Militärrat hat inzwischen neue Gesetze in Aussicht gestellt, die Demonstrationen vor Moscheen oder Kirchen unter Strafe stellen und die Diskriminierung der Christen bei der Erteilung von Baugenehmigungen für Kirchen beenden sollen. Rund zehn Prozent der 80 Millionen Ägypter sind Christen, die überwiegende Mehrheit von ihnen Kopten.