Kagawa & Co. ohne Angst vor unberechenbarem Arsenal

17. September 2014 - 9:35 Uhr

Berauscht vom 'Kagawa'-Effekt startet Borussia Dortmund gegen den FC Arsenal in die Champions League. Während sich der BVB wegen Verletzungssorgen fast von alleine aufstellt, sind die 'Gunners' unberechenbarer denn je. Die Gäste kommen zwar mit drei deutschen Weltmeistern, aber ohne das ganz große Selbstvertrauen.

Shinji Kagawa, Borussia Dortmund
War bei seiner Rückkehr sofort wieder Dreh- und Angelpunkt: Shinji Kagawa.
© Bongarts/Getty Images, Bongarts

Kagawa, Kagawa, Kagawa - nach dem ungefährdeten Dortmunder 3:1-Sieg über den SC Freiburg war Rückkehrer Shinji Kagawa in aller Munde. Mit tollen Ideen, starken Pässen und einem eigenen Treffer zauberte sich der Japaner sofort wieder in die Herzen der schwarz-gelben Fans. "Der Pass zum 1:0 war herausragend gespielt und das Näschen beim Torschuss hat er nach wie vor", frohlockte Trainer Jürgen Klopp. Die Mitspieler stimmten in die Lobeshymnen ein, die Anhänger kamen auf dem Weg nach Hause gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus.

Bei all dem Hype um den verlorenen Sohn geriet der Auftakt in die Champions-League-Saison fast schon in den Hintergrund, aber da geht es ja auch nur gegen den FC Arsenal. Nachdem die Dortmunder in den vergangenen drei Spielzeiten der 'Königsklasse' zwei Mal auf den Londoner Club getroffen waren, hätte es Henrikh Mkhitryan "gut gefunden, nicht schon wieder gegen Arsenal spielen zu müssen", sagte er dem 'kicker'. Kevin Großkreutz' Vorfreude ist ungebrochen, das BVB-Urgestein schickte einen lieben Gruß an einen Kollegen aus der Nationalmannschaft. "Der Poldi kann sich auf was gefasst machen. Ich werde ihn am Dienstag tunneln."

Der Fehlstart in der Bundesliga ist mit den Dreiern in Augsburg (3:2) und gegen Freiburg abgewendet, jetzt startet die Klopp-Elf mit einer breiten Brust in die Champions League. Dabei ist die Borussia alles andere als sorgenfrei: Mats Hummels, Oliver Kirch, Nuri Sahin, Ilkay Gündogan, Marco Reus, Jakub Blaszczykowski, Dong-Won Ji - all diese Spieler hätten allesamt das Potenzial, um gegen den Premier-League-Club zu spielen, sind aber verletzt. Trainer Klopp bleibt deshalb fast gar keine andere Wahl, als jene Defensive auf das Feld zu schicken, die gegen Freiburg kaum etwas anbrennen ließ. Obwohl Kagawa laut eigener Aussage "noch nicht bei 100 Prozent" ist, wird er im zentralen Mittelfeld wohl genauso von Beginn an auflaufen wie Angreifer Adrian Ramos, der im 4-3-2-1-System zuletzt stark aufgespielt hatte.

Poldi bei Arsenal nur noch Bankdrücker

Mesut Özil, FC Arsenal, Manchester City
Mesut Özil kam mit Arsenal gegen Manchester City zu einem 2:2.
© dpa, Sean Dempsey

Während sich die Dortmunder Startaufstellung schon abzeichnet, dürfte sich Arsene Wenger noch den Kopf zerbrechen. Weil sich Mathieu Debuchy im Playoff-Rückspiel gegen Besiktas Istanbul eine Gelb-Rote Karte abholte und gesperrt ist, wird voraussichtlich Calum Chambers hinten rechts verteidigen. Auf der anderen Abwehrseite fällt die Wahl zwischen Kieran Gibbs und Nacho Monreal, auch im defensiven Mittelfeld ist noch nichts in Stein gemeißelt. Kapitän Mikel Arteta gilt als gesetzt, Aaron Ramsey könnte daneben die Schnittstelle den offensiveren Part übernehmen. Falls sich Wenger für die defensivere Variante entscheidet, würde Mathieu Flamini auflaufen.

Dass Großkreutz überhaupt die Chance haben wird, Lukas Podolski zu tunneln, davon ist leider nicht auszugehen. Poldi durfte in dieser Saison erst 14 Minuten auf dem Platz stehen, zuletzt schmorte er gegen Manchester City (2:2) wieder 90 Minuten auf der Bank. Der Grund dafür ist, dass die Konkurrenten in der Offensive mit Spielern wie Alexis Sanchez, Santi Cazorla oder Theo Walcott momentan die Nase vorne haben. Mesut Özil hat nach der kräftezehrenden WM zwar auch noch nicht seine Form gefunden, Trainer Wenger scheint aber einen Narren an seinem Spielmacher gefressen zu haben.

Der dritte deutsche Weltmeister ist Per Mertesacker, der in der Innenverteidigung gesetzt ist und schon auf die Partie in Dortmund brennt. "Wir haben in der vergangenen Saison dort und gewonnen und ich bin zuversichtlich, dass es uns wieder gelingt", sagte der zurückgetretene Nationalspieler mit Blick auf das glückliche 1:0 aus dem Vorjahr. "Wir haben gegen Arsenal noch etwas gutzumachen. Wir sind bereit", versprach Sebastian Kehl, der einen großen Anteil daran hat, dass sich Dortmund nach der Auftaktpleite in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen wieder gefangen hat.

Für Mertesacker, Özil & Co. lief der Start in die Premier League eher bescheiden. Zwar ist man noch ungeschlagen, gegen mittelklassigen wie den FC Everton oder Leicester City hatten sich die 'Gunners' aber nur mit Unentschieden begnügen müssen. Den Dortmundern werden also nicht die Knie schlottern, erst recht nicht Kagawa, der nach seinem Traum-Debüt nur so vor Selbstvertrauen strotzt und sagt: "Wir haben einen breitgefächerten Kader auf sehr hohem Niveau. Wenn wir richtig gut zusammenspielen, können wir eine Macht sein."