Wie geht denn das?

Kälterekord auf Grönland beschert uns den Frühlingeinbruch

07. Januar 2020 - 13:59 Uhr

-66 Grad. Diese Temperatur wurde auf Grönland gemessen und sie bedeutet einen Temperaturrekord für die Insel. Interessanterweise hat dieser Kälterekord extrem warme Folgen für uns in Mitteleuropa.

Zusammenhang zwischen Kälte und Frühlingserwachen

Während auf Grönland also ein Kälterekord gemessen wurde, hat der Winter bei uns momentan keine Chance. Tatsächlich gibt es aber Zusammenhänge zwischen dem Kälterekord dort und dem Frühlingserwachen hierzulande. Denn der Polarwirbel ist stark und damit liegen wir in einer strammen westlichen Strömung, die uns die milde Luft bringt.

Wenn nämlich der Polarwirbel stark ist, dann mäandert er oft nur wenig. Er ist wie ein starkes Band, das die kalte Luft von unseren Breiten abschneidet. Südlich des Jetstreams herrscht bei uns dann die klassische Westwinddrift vor und die bringt uns die milden Temperaturen vom Atlantik. In diesem Fall sogar bis herauf nach Skandinavien. Und derweil konzentriert sich der Winter mit Eis und Schnee auf den ganz hohen Norden unter dem derzeit recht konzentiert agierenden Polarwirbel.

Sehr mild und kaum Niederschlag

Und diese Lage bekommen wir nicht nur bei den Temperaturen zu spüren. Die Tiefdruckgebiete finden ihren Weg ebenfalls kaum bis zu uns nach Mitteleuropa. Also: kaum Niederschläge, die uns normalerweise im Januar gerne mal heimsuchen und die vor genau einem Jahr unsere Wasserspeicher nach dem Dürrejahr 2018 gut aufgefüllt haben. Damals war das enorm wichtig. Bleibt also zu hoffen, dass sich für das Frühjahr noch was tut in Sachen Niederschlag, so dass wir gut gewappnet aus dem Winter in den richtigen Frühling starten können.