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Kader K. wurde mit dem Auto durch Hameln geschleift - jetzt hat sie den Wagen für einen guten Zweck versteigert

Kader K. hat das Tatfahrzeug versteigert
Kader K. hat das Tatfahrzeug versteigert Den Erlös will sie Waisenkindern spenden 00:52

Martyrium in Hameln hinterließ 200 Meter lange Blutspur

Es war ein Exzess der Gewalt, der in ganz Deutschland für Entsetzen sorgte: Im November 2016 wird Kader K. in Hameln von ihrem Ex-Mann verprügelt und mit einem Messer attackiert. Dann schlingt der Angreifer ein Seil um ihren Hals und schleift sie mehrere Hundert Meter mit Vollgas durch die Stadt. Ihr zweijähriger Sohn muss die verstörende Tat vom Rücksitz des Wagens aus miterleben. Kader K. überlebt den Angriff nur knapp, muss zweimal wiederbelebt werden. Jetzt hat die junge Frau den Tatwagen versteigert - und will die Summe einem guten Zweck zukommen lassen.

Tatwagen soll guter Sache dienen

"Mit diesem Auto wurde ich hunderte Meter durch die Straßen geschleift und nein, ich denke erst gar nicht daran, es mit einem Hammer zu zerstören! Stattdessen möchte ich es gerne verkaufen. Der Erlös soll an Waisenkinder gehen." Das schreibt Kader K. auf ihrer Facebook-Seite. Über ihre Tat schreibt sie hier von einem "Albtraum", bei dem ihr ganzer Körper litt. Dass Kader überhaupt überlebte, grenzt an ein Wunder. Sie war zweimal klinisch tot und lag anschließend wochenlang im Koma. Dennoch kämpfte sich die heute 29-Jährige kämpfte zurück ins Leben. Zusammen mit einem Autor veröffentlichte Kader K. im Herbst 2017 sogar ein Buch über den Tag, der ihr Leben veränderte.

Dass Kader diesen Teil ihrer Vergangenheit jetzt hinter sich lassen möchte, das ist nur verständlich. Und zu dieser Vergangenheit gehört auch das Auto, das sie jetzt versteigert hat. "Trotz oder gerade wegen all dieser schrecklichen Dinge, die ich mit diesem Auto in Verbindung bringe, möchte ich, dass es letztendlich doch noch einer guten Sache dient", schreibt Kader K. Und das hat geklappt: 10.900 Euro hat sie für den Horror-Wagen bekommen.

14 Jahre Haft für Kader K.s Ex-Mann Nurretin B.

Auslöser für die "Bluttat von Hameln" war ein Unterhaltsstreit mit Nurretin B., Kaders Ex-Mann und Vater des Kindes. Seinen Sohn wird Nurretin B. wohl so schnell nicht wiedersehen - für sein Verbrechen wurde er zu 14 Jahren Haft verurteilt. Das Auto gehörte eigentlich ihm. Es wurde Kader als Anzahlung für die 137.000 Euro Schmerzensgeld überschrieben, die das Gericht ihr zugesprochen hatte.

Warum es Kader so wichtig ist, dass Kinder von dem Erlös profitieren, erfahren Sie in unserem Video.

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