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Kachelmann-Prozess: Aufnahme des Notrufs vorgespielt

Kachelmann-Prozess: Aufnahme des Notrufs vorgespielt

Beweisaufnahme hat begonnen

Was ist in der Nacht zwischen Jörg Kachelmann und Sabine W. wirklich passiert? Am dritten Prozesstag in Mannheim wurde der eingegangene Notruf vom mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer Sabine W. vorgespielt.

Und es sollte eine Frau aussagen, die zu den sogenannten 'Lausemädchen' des Wettermoderators gehört haben soll.

Jörg Kachelmann musste sich zunächst den Notruf seines mutmaßlichen Opfers anhören, der nach der angeblichen Vergewaltigung bei der Polizei aufgezeichnet worden war.

Kachelmann bei Verhaftung "ruhig und abgeklärt"

Sabine W.: "Guten Tag, mein Name ist Sabine W. Ich bin heute Nacht vergewaltigt worden. Weiß nicht, was ich jetzt machen soll. Von meinem Freund. Ich gehe jetzt rüber in meine Wohnung." Polizei: "Ist Ihr Freund noch da?" Sabine W.: "Nein." Polizei: "Wie geht es Ihnen?" Sabine W.: "Es geht gut. Soweit körperlich - ja." Der Notruf ging am 9. Februar um 8.15 Uhr in der Notrufzentrale in Heidelberg ein.

Zudem sagte der ermittelnde Kriminalbeamte vor Gericht aus. Das mutmaßliche Opfer, eine 37 Jahre alte Radiomoderatorin, sei am Tag nach der möglichen Tat zwei Mal vernommen worden. Dazwischen sei sie rechtsmedizinisch und gynäkologisch untersucht worden.

Obwohl klar war, dass Kachelmann noch am selben Tag nach Kanada zu den Olympischen Winterspielen fliegen wollte, entschied die Staatsanwaltschaft, ihn zunächst nicht festnehmen zu lassen. "Wir hatten seinerzeit Bedenken hinsichtlich eines dringenden Tatverdachts", sagte Oberstaatsanwalt Oskar Gattner.

Kachelmann wurde erst am 20. März bei seiner Rückkehr aus Kanada am Flughafen Frankfurt verhaftet. Er wurde, erzählt der Kriminalbeamte, von einer jungen Frau abgeholt. Auf dem Weg zum Parkhaus "wurden Zärtlichkeiten ausgetauscht", berichtet der Beamte. "In Schwetzingen würde man sagen: Rumgeknutsche."

Der Beamte sprach Kachelmann dann unmittelbar vor seinem Auto an. "Ich habe ihn zur Seite genommen und erklärt, dass ich einen Haftbefehl gegen ihn habe." Kachelmann habe "ruhig und abgeklärt" reagiert. "Er hat keine besonders emotionale Reaktion gezeigt." Zum Tatvorwurf habe er nichts gesagt.

Kachelmann selbst verfolgte die Verhandlung weiter weitgehend regungslos. Er will sich vorerst nicht vor Gericht äußern. Am Montag war seine Aussage vor dem Haftrichter verlesen worden, in der er die Vorwürfe bestritt.

Kurz nach Beginn des dritten Prozesstages war der Vergewaltigungsprozess unterbrochen worden. Kachelmanns Verteidiger hatten beantragt, dass von ihnen benannte Sachverständige Gutachten über die Glaubwürdigkeit und die Verletzungen des mutmaßlichen Opfers erstellen sollten.