Kanzlerkandidatur-Frage in der Union

Bericht: Söder und Laschet sprechen bis tief in die Nacht - ohne Ergebnis

Kanzlerkandidatenfrage der Union: Immer noch keine Einigung zwischen Söder und Laschet
Kanzlerkandidatenfrage der Union: Immer noch keine Einigung zwischen Söder und Laschet
© dpa, Michael Kappeler, mkx alf pil

17. April 2021 - 11:51 Uhr

Weder Söder noch Laschet offenbar zu Verzicht bereit

Es geht weder vor noch zurück: Auch nach einem erneuten Gespräch zwischen Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) gibt es offenbar keine Einigung in der Frage, wer als Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl im September ins Rennen gehen soll. Laut einem Bericht der "Welt" sollen Söder und Laschet bis hin die Nacht hinein gesprochen haben – ohne klares Ergebnis.

Was spricht für Armin Laschet (CDU) als Kanzlerkandidat? Und welche Vorteile könnte dagegen Markus Söder (CSU) haben? Wir erklären es Ihnen hier.

"Gute Gespräche" oder Streit hinter den Kulissen?

Laut dem Bericht lehnte Laschet es ab, auf die Kanzlerkandidatur zu verzichten und seinem Rivalen den Vortritt zu lassen. Der CDU-Vorsitzende beharrt demnach darauf, von den demokratisch legitimierten Spitzengremien seiner Partei getragen zu werden. Auch Markus Söder ist offenbar bisher nicht zum Verzicht bereit.

Aus Unionskreisen wurde der Bericht nicht bestätigt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters, hieß es aus der CDU, dass Laschet und Söder in "guten Gesprächen" seien. In der CSU war von "konstruktiven" Gesprächen die Rede.

Bei der CDU wächst der Unmut über Söder

In der CDU-Spitze wächst derweil der Unmut über CSU-Chef Markus Söder im Streit um die Kanzlerkandidatur der Union. CDU-Präsidiumsmitglied Daniel Caspary forderte den Vorsitzenden der kleinen bayerischen Schwesterpartei am Samstag im Deutschlandfunk zum Rückzug auf. Auch die Vorsitzende der Frauen-Union (FU), Annette Widmann-Mauz, sprach sich für CDU-Chef Armin Laschet aus. "Umfragewerte schwanken. Auf sie lässt sich nicht fest bauen, auf feste Grundsätze und Überzeugungen kommt es an", sagte Widmann-Mauz der "Rheinischen Post". "Wer wie Markus Söder Entscheidungen respektieren will, muss auch Respekt vor denjenigen zeigen, die sie getroffen haben. Es ist Zeit, zu seinem Wort zu stehen und jetzt zu der gemeinsamen Entscheidung zu kommen."

Kommt die Entscheidung erst am Dienstag?

Laschet und Söder wollten die K-Frage eigentlich bis zum Wochenende geklärt haben. Wann und wie eine Einigung zustande kommen könnte, blieb aber zuletzt unklar. In CDU-Kreisen wird vermutet, dass Söder auf eine Entscheidung in der Unions-Bundestagsfraktion kommenden Dienstag spekulieren könnte. Dort hätte der bayerische Ministerpräsident wohl eine deutliche Mehrheit. Unter seinen Anhängern wird bereits eine Unterschriftenliste vorbereitet, mit der Abgeordnete eine Abstimmung erzwingen wollen, sollte es am Wochenende nicht zu einer Einigung kommen.

Sowohl Laschet als auch andere CDU-Spitzenpolitiker hatten aber bereits abgelehnt, dass die Fraktion die Entscheidung treffen soll - zum einen scheiden etliche Abgeordnete aus dem Bundestag aus. Zum anderen wies der nordrhein-westfälische Ministerpräsident darauf hin, dass es viele Kandidaten für den Bundestag gebe, die der derzeitigen Fraktion gar nicht angehörten.

Quelle: dpa/Reuters/RTL.de

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