Begeisterung über engagierte Klima-Proteste

Justizministerin Barley fordert: „Sollten ein Wahlrecht ab 16 Jahren einführen"

Katarina Barley plädiert für das Wahlrecht ab 16 statt bislang 18 Jahren.
© dpa, Ralf Hirschberger, rhi kno wok

02. März 2019 - 16:09 Uhr

Klimaproteste: Debatte um Schulpflicht

Ob junge Menschen während ihrer Schulzeit demonstrieren sollten, wird derzeit kontrovers diskutiert. Einige Politiker pochen auf die Einhaltung der Schulpflicht, andere loben den Kampf für die gute Sache. Jetzt hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hinter die wöchentlichen Schülerdemonstrationen für mehr Klimaschutz gestellt. Und Bundesjustizministerien Katarina Barley (SPD) fordert sogar ein Wahlrecht ab 16 Jahren.

Lob für engagierte Jugendliche

Vorbild der "FridaysForFuture"-Proteste ist die  schwedische Aktivistin Greta Thunberg.
Vorbild der "FridaysForFuture"-Proteste ist die schwedische Aktivistin Greta Thunberg.
© www.imago-images.de, via www.imago-images.de

Barley lobte die Demonstranten ausdrücklich. "Dass die Jugendlichen jetzt für den Klimaschutz demonstrieren und sich so engagieren, ist doch großartig. Das räumt mit dem Vorurteil auf, dass junge Leute nicht aktiv genug wären und sich nicht politisch engagieren", sagte sie der "Passauer Neuen Presse". "Diese Proteste, bei denen Schülerinnen und Schüler Freitag für Freitag für ihre Zukunft auf die Straße gehen, verdienen hohen Respekt: Solche jungen Leute wünschen wir uns". Sie plädierte zudem für das Wahlrecht ab 16 statt bislang 18 Jahren.

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Merkel findet die Märsche gut

Im Gegensatz zu anderen Politikern begrüßte Merkel die Proteste: "Ich unterstütze sehr, dass Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz auf die Straße gehen und dafür kämpfen", sagte die sie in ihrem am Samstag veröffentlichten Videopodcast. "Ich glaube, dass das eine sehr gute Initiative ist". Die Klimaschutzziele seien nur erreichbar, wenn es Rückhalt in der Gesellschaft gebe. Als Regierungschefin erinnere sie aber daran, dass vieles zu bedenken sei. "Wir müssen Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft auf der einen Seite mit den Zielen des Klimaschutzes versöhnen".

"FridaysForFuture"

Fridays for Future
"Fridays for Future" - Schüler in Hamburg gehen für mehr Klimaschutz auf die Straße. Auch Greta Thunberg ist dabei.
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Schüler und Studenten in Deutschland und aller Welt demonstrieren mittlerweile jeden Freitag unter dem Motto "FridaysForFutur" nach dem Vorbild der jungen schwedischen Aktivistin Greta Thunberg. Thunberg nahm diese Woche an einem Protestmarsch mit mehreren tausend Teilnehmern in Hamburg teil. "Politiker und Leute an der Macht sind schon zu lange damit durchgekommen, nichts zu tun, um die Klimakrise zu bekämpfen", sagte sie dort. "Wir werden sicherstellen, dass sie damit nicht länger durchkommen".

Das Engagement hat eine Debatte um die Schulpflicht ausgelöst. Merkels Parteikollegin Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) pochte zuletzt auf die Einhaltung. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) verteidigte die Demos, betonte unter Verweis auf die Schulpflicht aber auch, das sei nicht dauerhaft machbar. Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) war dafür, diesmal ein Auge zuzudrücken, beharrte grundsätzlich aber auch auf dem Schulbesuch.