„Widerspruch zu EU-Richtlinien“

Juristen fordern: Freigang-Verbot für Hauskatzen

© dpa, Julian Stratenschulte

4. Dezember 2019 - 10:06 Uhr

Niederländische Juristen sehen Artenschutz bedroht

Hauskatzen seien eine Gefahr für rund 370 bedrohte Arten, so die Ergebnisse einer aktuellen Studie. Grund genug für niederländische Juristen ein generelles Freigang-Verbot für die Vierbeiner zu fordern. Aber ist das gerechtfertigt?

Hauskatzen für Millionen tote Tiere verantwortlich

Hauskatzen würden Privilegien genießen, die andere Haustiere nicht haben, so die Juristen Arie Trouwborst und Han Somsen der Universität Tilburg, da sich Katzen so frei bewegen könnten, wie kein anderes Haustier. Konkret sehen sie einen Verstoß gegen die Europäische Naturschutzgesetzgebung.

"Die absichtliche Tötung oder Störung geschützter Tierarten steht im Widerspruch zu den EU-Richtlinien. Dazu gehört auch, Katzen draußen frei herumlaufen zu lassen und zu wissen, welchen Schaden sie anrichten können", erklärten die Juristen der niederländischen Zeitung "Trouw".

Auf dem Speiseplan der Vierbeiner stehen Vögel, kleine Säugetiere wie Mäuse oder Ratten, aber auch Fische und Amphibien. Allein in den Niederlanden würden jährlich mehr als 140 Millionen Tiere durch Katzen getötet werden. Mindestens die Hälfte davon von einer der zwei bis drei Millionen Hauskatzen, schreiben die Juristen in der Zeitschrift "Journal of Environmental Law".

Das sei vermeidbar, da Hauskatzen von ihren Besitzern gefüttert würden und nicht auf die selbst gefangene Nahrung angewiesen seien.

Vor allem Vögel in Gefahr

Insbesondere für gefährdete Vögel sollen Hauskatzen die größte Gefahr in heimischen Gärten darstellen. Darauf beziehen sich Trouwborst und Somsen, denn der EU-Vogelschutzrichtlinie zufolge müssen bestimmte Tierarten und Lebensräume geschützt und die möglichen Gefahren begrenzt werden. Als "Raubtiere" dürften Hauskatzen daher nicht einfach frei herumlaufen.