Rettungseinsatz an trotz Corona überfülltem Strand

Jurassic-Kreideküste: Drei Klippenspringer schwer verletzt

Frühlingswetter in Großbritannien
© dpa, Andrew Matthews, pda lop

01. Juni 2020 - 11:33 Uhr

Klippenspringer und Strandbesucher in der Kritik

Bei Sprüngen von hohen Klippen in Südengland sind drei Menschen schwer verletzt worden. Die Vorfälle ereigneten sich am Wochenende am vollen Strand der bei Touristen beliebten Jurassic-Kreideküste. Dort sprangen die Menschen aus über 20 Meter Höhe von der Sehenswürdigkeit Durdle Door, einer Felsbrücke aus Kalkstein, ins Meer. Die Küstenwache berichtete, dass Strandbesucher die Menschen noch zu der Mutprobe ermutigt hätten. Ein Parlamentarier aus der Region verurteilte die Sprünge am Montag als "Dummheit".

Rettungshubschrauber bringen Verletzte in Klinik

Zwei Verletzte mussten nach dem Vorfall am späten Samstagnachmittag mit Hubschraubern in eine Klinik nach Southampton geflogen werden, eine dritte Person wurde in ein nahe gelegenes Krankenhaus nach Dorset gebracht. Trotz Warnungen und Straßensperrungen war der Strand auch am Sonntag gut besucht - nach Polizeiangaben sprangen wieder Menschen von der Felsbrücke; sie kamen ohne Verletzungen davon. Die Region gehört zum Weltnaturerbe der UN-Organisation Unesco.

Eine Besucherin aus London berichtete dem britischen Sender BBC, dass die Menschen am Strand mit Klatschen die Springer animiert hätten. Einer von ihnen sei auf dem Bauch im Wasser gelandet und untergegangen. "Ein anderer hat es geschafft, ihn rauszuholen."

Trotz Coronavirus: Menschenmenge am Strand

31.05.2020, Großbritannien, Lulworth: Ein Mann springt von der Durdle Door, einer natürlichen Felsbrücke aus Kalkstein, ins Meer, obwohl der Gemeinderat von Dorset den Strand für die Öffentlichkeit geschlossen hat, nachdem sich drei Menschen bei Sprü
Auch am Sonntag sprangen trotz Schließung des Strandabschnitts noch Menschen vom Durdle Door ins Wasser.
© dpa, Andrew Matthews, pda lop

Die Polizei kritisierte nicht nur die Sprünge, sondern auch die Menschenmenge am Strand in der Corona-Krise. Es soll sich vor allem um Besucher aus der Hauptstadt London handeln. Bei dem schönen Wetter sind zahlreiche Strandabschnitte an der Südküste, aber auch Naturparks und andere Ausflugsziele in England völlig überlaufen.

Premierminister Boris Johnson hatte Tagesausflüge in England erlaubt und damit Protest bei vielen Einheimischen in eher ländlichen Gebieten ausgelöst. Sie fürchten, dass das Coronavirus sich dadurch weiter verbreitet. Seit Montag gelten weitere Lockerungen in England. So sind etwa Treffen von bis zu sechs Menschen im Freien erlaubt. Viele Wissenschaftler halten die Lockerungen für verfrüht.