Junge totgebissen: Rumänien erlaubt Massentötung von streunenden Hunden

Werden rumänische Streunern im Tierheim nicht innerhalb von 14 Tagen adoptiert, dürfen sie eingeschläfert werden.
© dpa, Db Etn

01. September 2014 - 12:59 Uhr

Kinderleiche mit Hundebissen übersäht

Der qualvolle Tod eines kleinen Jungen erschüttert Rumänien. Sein Körper ist mit hunderten Wunden übersät. Laut Gerichtsmedizin handelt es sich um Hundebisse. Nur die Fersen des Jungen seien unverletzt geblieben, sagte der Arzt Abdo Salem der Nachrichtenagentur 'Medifax'. Jetzt hat das Parlament Konsequenzen gezogen, auf die Hundeattacke reagiert: Mit großer Mehrheit entschied es sich dafür, Massentötung von Straßenhunden zu erlauben.

Werden die Streuner im Tierheim nicht innerhalb von 14 Tagen adoptiert, dürfen sie eingeschläfert werden. Das Parlament widerspricht damit einem Urteil des Verfassungsgerichts von 2012, das Straßenhunde schützt. Etwa 100 Hundefreunde demonstrierten nach Medienangaben vor dem Parlament gegen den Beschluss. Zugleich vergrößerte die Tier-Aufsichtsbehörde ASPA die Zahl ihrer Hundefänger-Teams laut Koordinator Razvan Bancescu von bisher drei auf elf.

Anzeigen über Streuner nehmen stark zu

Im Zusammenhang mit dem tödlichen Angriff auf das Kind ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen ASPA. Bancescu legte den Ermittlern Dokumente vor, aus denen nach seinen Angaben hervorgeht, dass der private Tierschutzverein Caleidoscop im Jahr 2008 aus der Obhut von ASPA einen der Hunde adoptiert hat, der jetzt an der Attacke auf das Kind beteiligt gewesen sein soll. Die Staatsanwälte wollen klären, ob Caleidoscop für den Hundeangriff zur Verantwortung gezogen werden kann. Eine Anklage gibt es noch nicht.

In Bukarest leben etwa 65.000 Straßenhunde. Seit einer Woche gehen bei ASPA nach Angaben der Behörde täglich etwa 200 Beschwerden über diese Tiere ein. Vor der Attacke auf das Kind seien es nur 70 bis 80 Anzeigen pro Tag gewesen, so die Tier-Aufsichtsbehörde.