Junge (6) von Tate Modern geworfen

Haftvorführung in London: Verdächtiger (17) zeigt keine Regung

Der 17-Jährige, der einen Jungen von der Terrasse der Tate geworfen haben soll, wurde heute einem Jugendrichter vorgeführt.
Der 17-Jährige, der einen Jungen von der Terrasse der Tate geworfen haben soll, wurde heute einem Jugendrichter vorgeführt.
© dpa, Yui Mok, frd

06. August 2019 - 14:49 Uhr

Angeklagter wirkte beim Gerichtstermin ganz gefasst

Der Jugendliche, der einen sechs Jahre alten Jungen von einer Terrasse im zehnten Stock eines Londoner Museums geworfen haben soll, musste heute vor einem Jugendrichter erscheinen. RTL-Reporterin Katharina Delling war bei der der Haftvorführung dabei. Auf sie wirkte der 17-Jährige sehr gefasst. "Ich hatte das Gefühl, dass er genau versteht, was ihm vorgeworfen wird", sagte sie nach dem Gerichtstermin. "Er hat mit starker Stimme gesprochen und sah für mich äußerlich auch fast ein bisschen älter aus als 17."

Opfer (6) erlitt Hirnblutung und Knochenbrüche

London - Kind in die Tiefe gestoßen
Das Opfer erlitt bei dem Sturz eine Hirnblutung und schwere Knochenbrüche.
© dpa, Yui Mok, frd

Der Teenager ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Die Ermittler gehen davon aus, dass er den kleinen Jungen, der mit seiner Familie aus Frankreich in London zu Besuch war, packte und in die Tiefe warf. Das Kind schlug auf einem Dach der Tate Modern im fünften Stock auf und wurde schwer verletzt ins Krankenhaus geflogen.

Wie nun bekannt wurde, erlitt er bei dem Sturz eine Hirnblutung und Knochenbrüche an der Wirbelsäule, sowie an Armen und Beinen. Der Zustand des Jungen ist kritisch, inzwischen aber stabil. Auch als die Verletzungen vor Gericht vorgelesen wurden, habe der Angeklagte keine Reaktion gezeigt, berichtet unsere Reporterin. "Er war unrasiert und ein Auge war blau unterlaufen", beobachtete sie.

War der Täter psychisch krank?

Eine Entscheidung, was jetzt mit dem 17-Jährigen Tatverdächtigen passieren soll, fiel bei dem Gerichtstermin noch nicht. Die Verhandlung wurde auf den 8. August vertagt.

Die Polizei betrachtet den Vorfall als Einzelfall, erklärte Ermittler John Massey. Tatverdächtiger und Opfer kennen sich nicht. Wahrscheinlich wählte der Täter den Jungen zufällig aus. Das Motiv des Jugendlichen ist noch unklar. Die britische Zeitung "The Sun" berichtete, dass der 17-Jährige unter Schizophrenie leide. Normalerweise hätte der psychisch kranke Jugendliche gar nicht alleine ohne Aufsicht unterwegs sein dürfen.

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