Junge (10) aus Velbert entkam nur knapp einer Entführung

Polizei ermittelt Mieter des Tatautos

Hier konnte der Junge vor seinem Entführer fliehen.
Hier konnte der Junge vor seinem Entführer fliehen.
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01. März 2019 - 19:02 Uhr

Kind konnte im letzten Moment flüchten

In Velbert ist ein Zehnjähriger wohl nur ganz knapp einer Katastrophe entkommen: Der Junge wurde auf dem Weg zur Schule von einem Fremden angesprochen und aufgefordert, zu ihm ins Auto zu steigen. Zuerst weigerte er sich, stieg dann aber trotzdem ein, weil der Mann immer aggressiver wurde. Nur weil der Fahrer kurz darauf einen Unfall baute, konnte der Schüler gerade noch flüchten. Der Unfall und die gute Auffassungsgabe des Zehnjährigen führten die Beamten jetzt wohl auf die richtige Spur.

Entführerauto war vermutlich Mietwagen

Die Lehrer des Jungen hatten nach der Tat die Polizei informiert, die den Jungen inzwischen anhören konnte. Der Junge beschrieb den Täter als "schwarzen Mann im schwarzen Auto". Der Junge sei sehr taff gewesen und seine Aussagen hätten zu handfesten Beweisen geführt - die Polizei fand ein Autoteil des vorderen rechten Radkastens am mutmaßlichen Unfallort. Die Beschreibung des Schülers passte auf ein Auto des Modells VW Up in schwarzer Farbe.

Kfz-Werkstatt meldete sich bei Polizei

Die gute Auffassungsgabe des Kindes führte die Beamten schließlich zu einer heißen Spur: Ein Mechaniker aus einer Kfz-Werkstatt meldete sich jetzt aufgrund der Berichterstattung bei der Polizei. Wie sich herausstellte, hatte die Werkstatt am Tag des Vorfalls einen VW Up vermietet, der einige Tage später mit einem Unfallschaden am vorderen rechten Radkasten zurückgegeben wurde. Eine sofortige polizeiliche Überprüfung des noch nicht reparierten Mietfahrzeugs, sowie kriminaltechnische Untersuchungen haben inzwischen bestätigt, dass es sich bei diesem PKW mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um das gesuchte Fahrzeug handelt, so die Polizei.

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Polizei ermittelt Fahrzeugmieter

So konnte die Polizei auch den Fahrzeugmieter ermitteln, der jetzt mit aufs Kommissariat genommen wurde und weiter von der Polizei verhört wird. Auf den 21-jährigen Velberter mit afrikanischer Herkunft trifft die Beschreibung des Schülers genau zu. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft dauern an.

Fremder sprach den Jungen auf dem Weg zur Schule an

Der Schüler war am 22. Februar zwischen 07:30 und 07:45 auf dem Weg zu seiner Grundschule, als er auf der Bonsfelder Straße in Velbert vor einem Supermarkt plötzlich von einem Mann angesprochen wurde. Der Fremde fragte den Jungen nach dem Weg zu Schule und forderte ihn auf, zu ihm ins Auto zu steigen. Der Zehnjährige weigerte sich erst, doch der Autofahrer wurde immer aggressiver, so dass der Junge schließlich doch ins Auto stieg. Nach einer kurzen Fahrt verlor der Fahrer schließlich in einem Waldstück die Kontrolle über sein Fahrzeug, weil er in eine Böschung abbog. Der Junge konnte daraufhin flüchten und ging wie geplant zur Schule, wo er seinen Lehrern von dem Vorfall erzählte.

Das sollten Eltern tun, wenn das eigene Kind von Fremden angesprochen wird

Polizeisprecher Ulrich Löhe
Polizeisprecher Ulrich Löhe im Interview mit RTL.
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Polizeisprecher Ulrich Löhe rät allen Eltern, generell mit Kindern über solche Situationen zu sprechen. Berichtet das eigene Kind zu Hause, in eine solche Situation geraten zu sein, solle man immer die Polizei verständigen. Vorwürfe seien in so einem Gespräch immer fehl am Platz, besser sei es, Kinder ohne "Angst und ohne Druck" über die Gefahren durch Fremde aufzuklären. "Man sollte zuhören, Aufmerksamkeit schenken und interessiert nachfragen, was alles passiert ist und warum das Kind das jetzt erzählt, was so Besonderes war an der Situation. Und mit diesem Wissen sollte man dann zur Polizei gehen."