Wikileaks-Gründer soll eine Frau vergewaltigt haben

Schweden ermittelt wieder gegen Julian Assange

© REUTERS, Henry Nicholls, /IK

13. Mai 2019 - 17:34 Uhr

Julian Assange erneut im Visier der schwedischen Ermittler

Die Staatsanwaltschaft in Schweden nimmt jetzt ihre Untersuchungen zu den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wieder auf. Ihm wird vorgeworfen, 2010 eine Frau in Schweden vergewaltigt zu haben. Er selbst sagt, dass die Vorwürfe nicht stimmen und sie einvernehmlich Sex hatten.

Verfahren gegen Assange wurde 2017 eingestellt

Die Ermittlungen gegen den Wikileaks-Gründer wurden eigentlich im Jahr 2017 eingestellt, weil die Staatsanwaltschaft damals keine Möglichkeiten mehr sah, die Ermittlungen voranzubringen. Die Schuldfrage blieb damit vorerst ungeklärt. Hätte die schwedische Justiz nun keine Untersuchung gestartet, wären die Vorwürfe gegen Assange bis 2020 verjährt, wie schon andere Vorwürfe zuvor.

Assanges Anwalt Per E. Samuelsen erklärte gegenüber dem Sender "SVT", sein Mandant werde die Ermittlungen unterstützen, befürchte allerdings, an die USA ausgeliefert zu werden. Über die Entscheidung sei er allerdings sehr überrascht gewesen. 

Julian Assange wurde im April festgenommen

Assange hatte sich wegen des Verfahrens Ende 2010 der Polizei in Großbritannien gestellt. Er kam unter Auflagen wieder frei und beantragte im Juni 2012 Asyl in der Botschaft von Ecuador in London. Er befürchtete aber auch, an die USA ausgeliefert zu werden, weil er geheime Dokumente der amerikanischen Regierung veröffentlicht haben soll.

In der Botschaft saß er bis April 2019 fest. Die britische Polizei nahm Julian Assange wegen des Vorwurfs fest, sich der Justiz entzogen zu haben.