Neue Anklage in den USA

Julian Assange drohen 175 Jahre Haft

24. Mai 2019 - 10:39 Uhr

Auslieferung gefordert, damit ihm der Prozess gemacht werden kann

Erst verstieß er gegen Kautionasauflagen und bekam dafür in Großbritannien 50 Wochen Haft aufgebrummt, jetzt wollen ihn die USA für 175 Jahre in den Knast sperren. Die US-Justizbehörden haben eine neue Anklageschrift gegen den Wikileaks-Gründer vorgelegt, die ihn in 17 weiteren Punkten beschuldigt. Sie fordern jetzt seine Auslieferung, um Assange den Prozess zu machen.

Insgesamt 18 Anklagepunkte

Es sieht nicht gut aus für Julian Assange. Die Amerikaner werfen dem 47-Jährigen vor, sich mit der amerikanischen Whistleblowerin Chelsea Manning zusammengetan und gegen die USA verschworen zu haben. Jetzt legten die Justizbehörden ein Schreiben vor, in dem sie insgesamt 18 Anklagepunkte aufliste. Sollte der gebürtige Australier in allen schuldig gesprochen werden, drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft.

Schwere Verfehlungen aufgedeckt

Assange war 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen. Er behauptete seitdem, die Vorwürfe in Schweden seien nur ein Vorwand, um ihn festnehmen und an die USA ausliefern zu können. Am 11. April dieses Jahres wurde Assange schließlich festgenommen, nachdem ihm die Regierung in Quito das Botschaftsasyl entzogen hatte.

In der alten Anklageschrift warfen die USA Julian Assange Verschwörung mit Manning vor. Sie sollen ein Passwort zum Computernetzwerk der Regierung geknackt haben. Manning hatte im Jahr 2010 schwere Verfehlungen von US-Militärangehörigen unter anderem im Irak und in Afghanistan über Wikileaks öffentlich gemacht. Ein Video zeigte unter anderem, wie eine US-Hubschrauberbesatzung im Irak Zivilisten tötete. Das Video war der erste große Enthüllungserfolg von Wikileaks.