Julia Klöckner zur Corona-Pandemie

„Hamsterkäufe sind nicht nur unnötig, sie schaden auch“

Bei einer Pressekonferenz äußert sich Julia  Klöckner zur Versorgungslage im Land.
© dpa, Annegret Hilse, elo tba

17. März 2020 - 16:42 Uhr

"Die Lebensmittelversorgung ist gesichert"

Trotz Corona-Pandemie rät Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner von Hamsterkäufen ab. "Die Supermärkte bleiben offen. Alles andere sind Falschmeldungen", so die CDU-Politikerin in einer Pressekonferenz zur Versorgungslage im Land.

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Appell an Solidarität und Vernunft

Seit dem Ausbruch des Coronavirus und der vermehrten Infektionen auch in Europa sind viele Bundesbürger verunsichert. In vielen Supermärkten waren in den vergangenen Tagen immer wieder Nudeln oder Toilettenpapier ausverkauft. Das ist laut Ansicht der Bundeslandwirtschaftsministerin absolut nicht notwendig. 

​"Die Lebensmittelversorgung ist gesichert", so Julia Klöckner. Sie sei mehrmals wöchentlich mit Handel, Ernährungsindustrie und Landwirtschaft in Kontakt. Deutschland sei mit heimischen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Getreide, Käse oder Schweinefleisch gut versorgt. Und auch die Versorgung von Tieren sei gesichert, sagte Klöckner. Milch, Eier und Fleisch seien es somit auch.

Die Ministerin kritisiert ausdrücklich Hamsterkäufe. Stattdessen appelliert sie an die Solidarität der Bürger: "Wer massiv mehr kauft als er verbraucht, handelt nicht nur unsolidarisch, sondern wird auch viel wegwerfen."

Corona-Alarm bei den Tafeln

Auch die Mitarbeiter der Tafeln appellieren an die Menschen in Deutschland, auch an solche Menschen zu denken, die wenig Geld hätten: "Diese Menschen haben kein Geld für Hamsterkäufe und eine Quarantäne würde sie wirklich treffen", so Jochen Brühl. "Wer merkt, dass er zu viele Lebensmittel gekauft hat, kann sich gern an die Tafeln wenden und sie spenden". Wegen Hamsterkäufen aus Furcht vor dem Coronavirus sind in den vergangenen Tagen bei verschiedenen Tafeln in Deutschland deutlich weniger Lebensmittel gespendet worden. 

Notfall-Liste des Bundesamtes für Katastrophenschutz

Dennoch ist das Anlegen eines Vorrats für den Notfall laut Christoph Unger, dem Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, durchaus sinnvoll. Empfohlen wird dabei ein Vorrat, der für zehn Tage ausreicht.

Welche Vorräte für den Notfall das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, erfahren Sie hier.

Was Sie beim Lebensmitteleinkauf in Zeiten von Corona sonst noch berücksichtigen müssen, können Sie hier nachlesen.