Öko-Barometer des Landwirtschaftsministeriums

Deutsche kaufen so viel Bio-Produkte wie nie

Während der Corona-Pandemie greifen immer mehr Menschen zu Bio-Lebensmitteln.
© picture alliance, Benjamin Nolte

15. Januar 2021 - 14:38 Uhr

Corona verpasst Bio-Lebensmitteln einen Schub

Produkte aus ökologischer Landwirtschaft liegen voll im Trend, wie eine neue Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft zeigt. Schon seit einigen Jahren greifen immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher zu Bio-Produkten. Doch Corona hat diesem Trend in letzten Jahr einen ordentlichen Schub verpasst.

Ökologisch, tierfreundlich und nachhaltig

Pferdefleisch in Lasagne, Dioxin-Eier oder Antibiotika in Fleischprodukten- immer wieder ist es in Deutschland in den vergangenen Jahren zu teils dramatischen Lebensmittelskandalen gekommen. Weil immer mehr Lebensmittel produziert werden müssen, kommt es immer öfter zu Einbußen in der Lebensmittelqualität.

Vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern ist das schon länger ein Dorn im Auge. Deswegen greifen sie zu Bio-Produkten aus ökologischer Landwirtschaft. Obst, Gemüse, Nudeln oder Brot- die Vielfalt an Bio-Lebensmitteln in deutschen Supermarkt-Regalen ist in den letzten Jahren immer größer geworden.

Immer mehr Menschen kaufen Bio

Allein im vergangenen Jahr sei der Umsatz mit Produkten aus ökologisch kontrolliertem Anbau ersten Schätzungen zufolge auf mehr als 14 Milliarden Euro gestiegen, erklärte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner. "Die Branche hat in der Pandemie nochmal einen Schub bekommen. Aus vielen Gelegenheitskäufern sind inzwischen Gewohnheitskäufer geworden." Laut der CDU-Politikerin sei das ein Umsatzplus von 17 Prozent im vergleich zu 2019.

Laut dem Öko-Barometer kaufen acht von zehn Befragten gelegentlich, häufig oder ausschließlich Bio-Lebensmittel. Gerade einmal 20 Prozent der über 1.000 Befragten gaben an, nie ökologische Lebensmittel zu kaufen. Dabei ist der Schutz von Umwelt, Klima und Tieren der wichtigste Aspekt, weswegen Verbraucherinnen und Verbraucher zu Bio-Lebensmitteln greifen. Über 60 Prozent seien artgerechte Tierhaltung, faire Bedingungen bei Produktion und Handel, sowie nachhaltige Landwirtschaft wichtig, heißt es in der Studie. Der Geschmack spielt nur bei zehn Prozent eine ausschlaggebende Rolle.

Corona verändert Konsumverhalten

Die Pandemie verändert auch die Art, wie wir einkaufen und kochen. Denn laut des Öko-Barometers, sieht ein Fünftel der Studienteilnehmer eine positive Veränderung im Umgang mit Lebensmitteln durch Corona. Im Pandemie-Jahr 2020 kauften deutlich mehr Menschen zu Bio-Lebensmitteln als noch im Jahr davor. Auch der Absatz mit regionalen Produkten steigt durch die Pandemie an. Insgesamt wollen 20 Prozent der Befragten auch über die Pandemie hinaus ihr durch Corona verändertes Einkaufsverhalten beibehalten und weiterhin auf Bio-Lebensmittel und regionale Produkte zurückgreifen.

Was sind überhaupt Bio-Lebensmittel?

Verbraucher sollten auf dieser EU Bio-Siegel achten.
Darauf sollten Verbraucher achten: Das EU Bio-Siegel klebt zum Beispiel auf Obst und Gemüse.
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Aus ökologisch kontrolliertem Anbau, keine gentechnisch Veränderungen und kein Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln- das sind ein paar der Bedingungen, ab wann Lebensmittel als "Bio" bezeichnet werden dürfen. Hinzu kommen bei tierischen Produkten wie Wurst, Käse oder Milch folgende Vorraussetzungen: Artgerechte Haltung (also genug Auslauf und keine Massentierhaltung, antibiotikafreies Futtermittel und keine Behandlung mit Wachstumshormonen. Weitere strenge Kriterien für die Bio-Landwirtschaft legt die europäische Öko-Verordnung fest. Nur Betriebe, die alle darin enthaltenen Regeln einhalten, dürfen ihre Produkte als Bio-Lebensmittel auf den Markt bringen.

Wenn alle Auflagen erfüllt sind, erhalten die betroffenen Produkte das europäische Bio-Siegel. Hier erkennen Verbraucherinnen und Verbraucher sofort, ob ein Produkt aus ökologischer Landwirtschaft stammt. Wer also Bio Produkte kaufen möchte, sollte unbedingt auf dieses Logo achten.