Prozess um den Tod des Zweijährigen

Julens Eltern als Zeugen vor Gericht in Malaga

26. Februar 2019 - 20:26 Uhr

„Sie haben es sehr schwer, wir bitten nur um Respekt“

Die Sonne scheint, José Rosello hat den Arm um die Schulter seiner Frau Ana Garcia gelegt. Das schöne Wetter passt nicht zu dem, was Julens Eltern bevorsteht. Sie müssen als Zeugen vor Gericht in Malaga aussagen, es geht um den tragischen Tod ihres zweijährigen Sohnes. Reporter rufen ihnen Fragen zu, sie gehen schnell weiter, antworten nicht. Sie möchten nicht mit der Presse reden, das macht ihre Anwältin Antonia Barba. Sie bittet um Rücksichtnahme. "Sie haben es sehr schwer, wir bitten nur um Respekt. Im Moment wollen sie keine Kommentare abgeben", sagt sie.

Julens Schicksal bewegt die ganze Welt

Eltern
Julens Eltern sagten vor einem Gericht zum Tod ihres Sohne aus.

"Sie haben ihr Kind verloren, es ist das zweite Kind, das sie verloren haben, wir müssen ein bisschen Respekt vor dieser Familie haben", so Barba weiter.

Das Gericht soll klären, wie es zu dem tödlichen Unfall kam. Neben den Eltern sagte auch der  entfernte Onkel des Kindes aus, auf dessen Grundstück in Totalan sich das Drama abgespielt hatte. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Chronologie der Ereignisse

Der zweijährige Julen war am 13. Januar in einen mehr als 100 Meter tiefen Brunnenschacht gefallen. Tagelang bemühten sich hunderte Helfer unter großem Aufwand, das Kind zu bergen. Immer neue Rückschläge machten jede Hoffnung auf ein Wunder zunichte. Nach 13 Tagen konnten Helfer nur noch die Leiche des verschütteten Jungen bergen.

Die Obduktion hatte spanischen Medien zufolge ergeben, dass Julen bei seinem Sturz in das Bohrloch schwere Kopfverletzungen erlitten hatte und bereits am Tag des Unglücks starb.

Eine Chronologie der Ereignisse – in unserem Video.