Nur noch wenige Meter bis Julen (2)

Es muss wieder gebohrt werden, weil jetzt die Rohre nicht passen!

23. Januar 2019 - 8:19 Uhr

Ingenieure sollen falsch kalkuliert haben

Es ist ein Kampf gegen die Zeit. Ungeachtet der schwindenden Überlebenschancen des kleinen Julen haben sich die spanischen Einsatzkräfte am Dienstag einen Weg in Richtung des eingeschlossenen Jungen gebahnt. Sie stoßen aber erneut auf Schwierigkeiten, die sie zurückwerfen. RTL-Reporterin Pia Schrörs erklärt im Video, wodurch die Arbeiten verzögert werden.

Bei den Bohrungen kam es zu leichten Verschiebungen

Nach der Fertigstellung eines Rettungstunnels, der parallel zum Unglücksschacht verläuft, müssen die Helfer wieder bohren. Weil die Rohre, die den Schacht auskleiden und durch die die Minenarbeiter in die Tiefe absteigen sollen, nicht passen. Die Nachbohrungen könnten bis zu zehn Stunden dauern.

Bei den Bohrungen kam es nämlich zu leichten Verschiebungen. Laut spanischen Experten ist das normal. Allerdings hätte man dies im Voraus zentimetergenau berechnen können. Das heißt, diese Fehlkalkulation hätte verhindert werden können, berichtet RTL-Reporterin Pia Schrörs aus Totalán.

Rettungskräfte wollen keine Zeitangaben mehr machen

Noch immer sprechen die Helfer von einer Rettungsaktion, denn sie geben die Hoffnung nicht auf, Julen lebend aus dem Loch zu befreien. Der Einsatzleiter sagte am Dienstagabend, dass sie alles tun werden, um den Jungen zu retten, berichtet RTL-Reporterin Schrörs. Zeitangaben wolle er aber nicht mehr machen. Die Erweiterung des Tunnels sei keine leichte Aufgabe.

Dabei wollten die Minenarbeiter noch in der Nacht auf Mittwoch im unteren Ende des Schachts mit dem Bau einer etwa vier Meter langen Verbindung zu jener Stelle beginnen, an der das Kind in 70 bis 80 Metern Tiefe vermutet wird. Die letzten Meter müssen sie mit Muskelkraft ausgraben.

Wegen des begrenzten Platzes sollen den Behördenangaben zufolge jeweils nur zwei Arbeiter gleichzeitig mit einer speziellen, an einem Kran befestigten Kapsel in den insgesamt 80 Meter tiefen Parallelschacht herabgelassen werden.