Obduktion muss Todesumstände klären

Julen (2) aus 70 Metern Tiefe geborgen: "Er ist sehr schnell gefallen"

26. Januar 2019 - 11:32 Uhr

Pressekonferenz am Morgen nach Julens Bergung

Um 1:25 Uhr in der Nacht haben die Retter den kleinen Julen in dem 107 Meter tiefen Brunnenschacht gefunden. Seitdem herrscht Gewissheit: Der Zweijährige ist tot. 13 Tage hat die Bergungsaktion gedauert. Auf einer Pressekonferenz am Morgen hat Alfonso Rodríguez Gómez de Celis, ein Abgeordneter der Provinzregierung Andalusien, versucht, Kritik im Keim zu ersticken. Er gab auch ein kurzes Statement zum Tod Julens. Der Junge sei sehr schnell gefallen, sagte der Abgeordnete. Die genaue Todesumstände muss die gerichtsmedizinische Untersuchung klären. Julen wurde in 70 Metern Tiefe gefunden. Die 13 dramatischen Tage vom Verschwinden bis zur Bergung sind im Video oben zusammengefasst.

"Große Solidarität und Professionalität"

In der Pressekonferenz lobte der Abgeordnete die Solidarität des ganzen Landes und betonte die Professionalität der Bergungsaktion. "Keiner hätte in irgendeiner Form in Betracht gezogen, dass hier Fehler geschehen seien", zitierte RTL-Reporterin Pia Schrörs den Abgeordneten. Alfonso Rodríguez Gómez de Celis vermittelte den Eindruck, mit dieser Pressekonferenz jegliche Kritik im Keim ersticken zu wollen, schilderte sie.

Auch wenn die spanischen Behörden bereits Ermittlungen einleiteten: Die Frage nach dem oder den Schuldigen beschäftigte die Spanier zunächst weniger. Julens Vater, der arbeitslose Marktverkäufer José Rosello, räumte ein, dass das Unfall-Loch mit der nur 25 Zentimeter breiten Öffnung auf dem Grundstück des Freundes einer seiner Cousinen wohl nicht ausreichend gesichert war: "Es war mit einigen Steinen zugedeckt, die sie (die Cousine und der Freund) draufgelegt haben." Niemand habe diese Steine entfernt. "Aber die Steine waren wohl nicht ganz fest. Julen ist wohl drauf getreten und durchgerutscht." Der Kleine war den Angaben zufolge sehr schlank, er wog nur elf Kilo.