Jugendliche rücken bei Corona-Maßnahmen stärker in den Fokus

Jugendliche spielen in der Abendsonne Basketball. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild
Jugendliche spielen in der Abendsonne Basketball. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild
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11. Januar 2022 - 17:00 Uhr

Hannover (dpa/lni) - Für einige nicht gegen das Coronavirus geimpfte Jugendliche könnte der Alltag noch in diesem Winter unbequemer werden. In naher Zukunft sollen sie nicht weiter von den 2G-Regeln ausgenommen werden. Dies werde nicht in der nächsten Corona-Verordnung geschehen, aber "sicherlich in der darauffolgenden", sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag in Hannover.

Noch nicht ganz klar ist, ab welchem Alter dies greifen soll. Regierungssprecherin Anke Pörksen sagte, das Alter 16 sei durchaus eine Zahl, die in den Diskussionen eine Rolle spiele. In anderen Bundesländern greife dies ab 16 oder 14 Jahren. Die kommende Corona-Verordnung soll laut Behrens am Samstag in Kraft treten und nach Angaben der Staatskanzlei bis Anfang Februar datiert sein. Somit könnte die Verschärfung in wenigen Wochen für zahlreiche Jugendliche Realität werden. Eine mögliche Verschärfung bei Jugendlichen hatte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bereits vor rund einem Monat angedeutet.

Derzeit sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren noch von den 2G-Regeln ausgenommen. Diese müssen somit nicht gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-Infektion genesen sein, um etwa in ein Restaurant gehen zu können. Wer als Kind oder Jugendlicher noch nicht geimpft ist, muss derzeit täglich einen Test vor dem Schulbesuch machen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte Mitte August des vergangenen Jahres eine Impfempfehlung für alle 12- bis 17-Jährigen ausgesprochen. Somit hatte die Altersgruppe monatelang Zeit, sich impfen zu lassen.

Der Kita-Alltag soll zunächst weiterhin nicht mit einer Testpflicht verbunden sein. Die Corona-Verordnung soll im Wesentlichen fortgeschrieben und keine weiteren Testverpflichtungen enthalten. Anders als im Schulbereich gibt es bei den Kitas keine Testpflicht in Niedersachsen. Das Land stellt den Landkreisen und kreisfreien Städten laut Kultusministerium pro Woche und Kind im Kindergartenalter drei Antigen-Schnelltests zur Verfügung. Die Anwendung dieser Tests soll zu Hause durch die Eltern erfolgen.

Die aktuelle Corona-Verordnung ist nur noch wenige Tage gültig. Daher wird derzeit beraten, welche Veränderungen in einer überarbeiteten Fassung enthalten sein könnten. Große Änderungen sind jedoch nicht zu erwarten, da Niedersachsen vor den jüngsten Bund-Länder-Beratungen bereits einen recht strengen Pandemie-Kurs eingeschlagen hatte und viele der vereinbarten Beschlüsse bereits galten.

Wegen der Zunahme der Corona-Infektionen lässt die Landesregierung in Teilen der kritischen Infrastruktur längere Arbeitszeiten zu. Von Mittwoch an und bis zum 10. April wird laut Sozialministerium die zulässige Arbeitszeit auf 60 Stunden pro Woche erhöht. Außerdem sind in dieser Zeit Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit möglich. Im Schnitt dürfe die Wochenarbeitszeit 48 Stunden aber weiterhin nicht übersteigen. Die Mehrarbeit müsse zudem ausgeglichen werden.

Die Verfügung gilt unter anderem für Not- und Rettungsdienste, Testzentren sowie Energie- und Wasserversorgungsbetriebe. Aber auch die Beschäftigten in Lebensmittelbetrieben und -geschäften können betroffen sein, wenn das Infektionsgeschehen in ihrem Betrieb die Ausnahmen erforderlich macht.

Das Ministerium begründete den Schritt mit der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus, wegen der personelle Engpässe in der kritischen Infrastruktur drohten. Mittlerweile gehen demnach mehr als 85 Prozent der Corona-Fälle in Niedersachsen auf Omikron zurück.

Das Infektionsgeschehen in dem Bundesland blieb unterdessen auch am Dienstag angespannt: Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 322,4 nach 308,6 am Vortag. Sie gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gemeldet wurden. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag wurden in Niedersachsen 3267 Neuinfektionen sowie 10 weitere Covid-19-Todesfälle innerhalb eines Tages registriert.

Der Anteil der mit Covid-19-Kranken belegten Intensivbetten ging im Vergleich zum Vortag zurück. Am Dienstag waren landesweit 6,5 Prozent der zur Verfügung stehenden Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt, am Montag waren es noch 6,9 Prozent. Der Indikator für die Krankenhausaufnahmen veränderte sich nicht und blieb bei 4,6. Er beschreibt, wie viele Covid-19-Patienten innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner in den Krankenhäusern aufgenommen wurden.

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Quelle: DPA