Dutzende Teenager leiden unter Erbrechen und Durchfall

Rätselhafte Krankheitsfälle im Jugendcamp: So erlebten die Schüler die Nacht

19. September 2019 - 22:59 Uhr

Vorfall im "Jugendcamp Grömitz": 45 Jugendliche, 2 Betreuer betroffen

Im "Jugendcamp Grömitz" am Ostseestrand in Schleswig-Holstein nördlich von Lübeck mussten am Mittwochabend dutzende Jugendliche und zwei Lehrer wegen starken Magenbeschwerden medizinisch versorgt werden. Aus Kapazitätsgründen wurden die Schüler zunächst in einem temporären Feldlazarett auf dem Gelände versorgt. Wie die Schüler die Nacht erlebten - in unserem Video.

Die ersten Schüler dürfen nach Hause

Schüler werden aus dem Jugendcamp Grömitz abgeholt.
Die ersten Schüler werden mit einem Reisebus aus dem Jugendcamp Grömitz abgeholt.
© RTL

Am Donnerstagmittag hat sich die Situation wieder etwas entspannt: Keiner der Betroffenen ist schwer erkrankt und die Beschwerden haben sich stabilisiert. Der Fachdienst Gesundheit baut bereits die temporären Zelte ab. Einige betroffene Kinder wurden von ihren Eltern oder mit einem Reisebus abgeholt. "Von den 45 Betroffenen sind nur noch vier in Behandlung", so der stellvertretende Fachdienstleiter Kreis Ostholstein. Die Ursache der Erkrankungen ist weiter unbekannt - die Ergebnisse der Proben sind erst in den nächsten Tagen zu erwarten.

200 Jugendliche im Zeltlager an der Ostsee

Was die Erkrankungswelle ausgelöst hat, ist noch unklar.
Was die Erkrankungswelle ausgelöst hat, ist noch unklar.
© DNF

Die Betroffenen klagten über schwere Magenprobleme inklusive häufigem Erbrechen, berichtet die Agentur DNF. 200 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren seien derzeit in dem Zeltlager. Sie sollen aus dem Großraum Hannover stammen.

Was die Erkrankungswelle ausgelöst hat, ist noch unklar. Entnommene Proben wurden umgehend dem Gesundheitsamt übergeben, heißt es. Die Mitarbeiter seien noch in der Nacht angereist.

Rettungskräfte errichteten Feldlazarette

Die Einsatzkräfte errichteten mit Zelten ein temporäres Feldlazarett, in dem die Betroffenen versorgt wurden.
Die Einsatzkräfte errichteten mit Zelten ein temporäres Feldlazarett, in dem die Betroffenen versorgt wurden.
© DNF

Aus Kapazitätsgründen sollen die Erkrankten nicht in ein Krankenhaus gebracht worden sein. Stattdessen wurden sie auf dem Gelände isoliert, heißt es. "Wir versuchen, das hier abzuarbeiten, damit wir nicht unnötig die Kliniken im Kreis Ostholstein gefährden", erklärt der leitende Notarzt Dr. Philip Sauter vom Kreis Ostholstein.

Die Einsatzkräfte errichteten mit Zelten ein temporäres Feldlazarett, in dem die Betroffenen versorgt wurden. "Auf dem Gelände vom Jugendcamp wurden die betroffenen Personen getrennt.", so Sauter.

Zweiter Vorfall in der Gegend gemeldet

Aus Kapazitätsgründen sollen die Erkrankten nicht in ein Krankenhaus gebracht worden sein.
Aus Kapazitätsgründen sollen die Erkrankten nicht in ein Krankenhaus gebracht worden sein.
© DNF

Bürgermeister Mark Burmeister machte sich am Donnerstagmorgen ein Bild vor Ort: "Ich wurde aus einer Sitzung heraus alarmiert und bin sofort hierher geeilt", sagt Burmeister. Die Gemeinde hätte kurzfristig Räumlichkeiten gestellt für mögliche weitere Krankenstationen. 

Wenige Stunden später wurde ein zweiter Vorfall mit ähnlichen Symptomen gemeldet. Auch am Weißenhäuser Strand - etwa 30 Kilometer entfernt - klagten sechs Jugendliche über Magenbeschwerden. Dem leitenden Notarzt Dr. Philip Sauter zufolge, hatten die Schulklassen aus beiden Orten zuvor Kontakt miteinander.