11. August 2018 - 17:42 Uhr

Von Livia Kerp

Die von der CDU angeregte Diskussion über die allgemeine Dienstpflicht für junge Männer und Frauen zeigt mir, dass der Generationenkonflikt, besonders in der Politik, immer größer wird. Wie ich schon mal geschrieben habe, bezeichne ich meine Generation gerne als "Smartphone-Generation" und damit kommen anscheinend einige Politiker nicht zurecht.

Die Argumentation hat mit der Realität eines Jugendlichen nichts zu tun

Ich komme mir von dieser Diskussion der CDU jedenfalls verschaukelt vor, weil sie ganz einfach unterstellt, dass wir Jugendlichen alle egoistisch sind und sich keiner von uns sozial engagieren will. Man motiviert durch eine Pflicht aber keinen Menschen dazu, sich sozial zu engagieren. Als Jugendliche lasse ich mich nicht gerne plötzlich in diese Ecke drängen.

Die Argumentation hat deshalb mit der Realität eines Jugendlichen nichts zu tun. Sie will nur eines: die Fehler der Regierung der letzten Jahre kaschieren! Nicht seit gestern gibt es doch den Personalmangel in den Pflege- oder Sozialberufen und sogar bei der Integrationshilfe von Flüchtlingen ginge es nicht ohne die vielen tausenden, auch jungen Menschen, die ehrenamtlich die Arbeit machen, die ja eigentlich der Staat machen sollte.

Allgemeine Dienstpflicht: Auf dem Rücken der Jugendlichen eigene Versäumnisse vertuschen

Letztendlich will man mit einer allgemeinen Dienstpflicht also auf dem Rücken der Jugendlichen eigene Versäumnisse vertuschen. So kommt es mir zumindest vor. Damit Jugendliche früher in das Berufsleben einsteigen, Geld verdienen und Steuern zahlen können, haben mit G8 fast alle Bundesländer die Schulzeit bis zum Abitur auf acht Jahre verkürzt. Sollen junge Menschen also einerseits früher in das Berufsleben einsteigen und andererseits noch ein soziales Jahr machen? Und hier soll sich jetzt kein Jugendlicher verarscht vorkommen?

G8 ist mittlerweile auch in vielen Bundesländern schon wieder Geschichte und so sollte es auch mit der Diskussion über die allgemeine Dienstpflicht laufen. Denn junge Erwachsene braucht der Staat nicht zu erziehen, da wir in Deutschland in einer Demokratie und nicht in einer anderen Staatsform leben. Aber es wäre schön, wenn die Regierung es vielleicht mal schafft, die Pflege- oder Sozialberufe attraktiver zu machen, damit sich mehr Menschen dafür entscheiden, diese Berufe auszuüben. Und noch schöner wäre es, wenn sich die Regierung auch mal so innovative Gedanken über die Klimaerwärmung machen würde.

Für mich geht es hier ganz einfach um einen Generationenkonflikt

Letztlich glaube ich, ist diese Diskussion keine Werbung für die CDU, junge Wähler für sich zu gewinnen. Ich denke, Politik sollte nicht auf das schauen, was früher vielleicht mal gut war, sondern nach vorne blicken. Und deshalb glaube ich, geht es in dieser Diskussion eigentlich um etwas anderes. Für mich geht es hier ganz einfach um einen Generationenkonflikt.

Das sagt die Autorin über sich: "Ich bin Livia Kerp, 16 Jahre, und blogge seit 2015. Ich war Jurymitglied zum "Jugendwort des Jahres" in den Jahren 2016 und 2017. Auch 2018 werde ich dabei sein. Mein LiviaJosephine-Magazin soll dich einerseits zum Nachdenken animieren, aber andererseits auch zu deiner Unterhaltung dienen. Meine Hauptthemen sind gesellschaftliche Themen aus der Politik, aus dem Bereich der Unterhaltung und aus meiner Heimatstadt München."