Ärzte gaben ihr kaum Überlebenschancen: Frühchen kommt mit geplatztem Darm zur Welt

9. März 2017 - 16:19 Uhr

Frühchen Abiageal kämpft um sein Leben

Es ist schon ein kleines Wunder, was sich im Londoner Krankenhaus St George's ereignet hat. Der Geburtstermin von Mutter Louise war erst für den 19. Februar 2017 angesetzt. Die kleine Abiageal Peters wollte aber schon nach nur 23 Wochen das Licht der Welt erblicken. Die Geburt verlief reibungslos. Doch kurz danach stellten die Ärzte fest, dass Abiageals Darm geplatzt war. Das sechs Tage alte Frühchen musste sofort operiert werden.

"Nekrotisierender Enterokolitis": Frühchen Abiageal kommt mit geplatztem Darm zur Welt

Es ist ein Schicksal, dass sich viele Eltern lieber ersparen würden: eine Frühgeburt. Louise und David Peters aus dem britischen Sydney sind bereits glückliche Eltern und erwarteten ihr zweites Kind. Die Schwangerschaft verlief zunächst ohne Komplikationen, sodass die 32-jährige Louise sichtlich überrascht war, als nach 23 Wochen die Wehen einsetzten und Abiageal zur Welt kam.

Die Ärzte stellten jedoch schnell fest, dass Abiageal sich in Lebensgefahrbefand. Ihr Darm war an drei Stellen geplatzt.  "Nekrotisierender Enterokolitis" ist eine Erkrankung des Darms, die häufig bei Frühchen auftritt, die weniger als 1.500 Gramm wiegen. Abiageals Geburtsgewicht lag bei etwas weniger als 600 Gramm.

Riskante Bauch-OP

Louise und ihr Ehemann durften ihr Neugeborenes nach der Geburt nur kurz sehen. Ein schneller Blick und ein Kuss – dann wurde sie in eine Londoner Spezialklinik verlegt. Dort kümmerten sich Spezialisten um das neugeborene Frühchen.  "Es war beängstigend. Sie war einfach so klein. Geschrien hatte sie auch nicht geschweige denn ihre Augen geöffnet", erzählt Louise.

Die OP war sehr riskant. Die Ärzte hatten sich nur für den Eingriff entschieden, weil ihre Überlebens-Chancen ohne den Eingriff sehr gering waren. "Die Überlebensrate für Babys, die schon in der 23 Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, ist sehr gering und Abiagelas Fall ist bemerkenswert", erklärt ihr Arzt Dr. Mukhtar. "Wir werden Abiageal weiterhin beobachten". Der Chirurg ist aber optimistisch, dass sich Abiageal gut entwickeln wird.

"Unser Baby ist eine Kämpferin. Sie ist wirklich unser kleines Wunder“.

Die Operation an sich dauerte weniger als eine Stunde. Doch die Organe des Neugeborenen waren noch sehr klein, sodass die Chirurgen sehr vorsichtig und mit speziellen Geräten arbeiten mussten. Die Eltern Louise und David warteten während der ganzen Operation angespannt auf Neuigkeiten. "Als die Tür geöffnet wurde und einer der Chirurgen in den Raum kam, sahen wir nur seinen Gesichtsausdruck, ohne die Worte zu hören, und wussten – sie ist okay. Er hatte gelächelt", erzählt Louise. "Unser Baby ist eine Kämpferin. Sie ist wirklich unser kleines Wunder".

Der behandelnde Chirurg ist sich sicher, dass Abiageal die jüngste Patientin der Welt ist, die eine solch riskante Bauchoperation überlebt hat.