Judenhass an Berliner Schule: "Mein Sohn wurde geschlagen und getreten"

14-jähriger Jude hatte Todesangst

Der Sohn von Wenzel Michalski durchlebte an seiner Schule in Berlin ein wahres Martyrium. Als seine Mitschüler herausfanden, dass er aus einer jüdischen Familie stammt und selbst Jude ist, wurde der 14-Jährige beleidigt, angegriffen und bedroht. Einmal sei sein Sohn so gewürgt worden, dass er Todesangst bekam. Weil das Mobbing so schrecklich wurde, nahmen die Eltern den Jungen von der Schule. Wenzel Michalski erzählt die Geschichte im Video.

Die verzweifelten Eltern suchten eine neue Schule in Berlin

"Mein Sohn wurde in der Schule geschlagen, getreten und gewürgt. Nur wegen seiner Religion." Wenzel Michalskis Schilderungen sind erschütternd. Der Schulalltag seines Sohnes verwandelte sich innerhalb kurzer Zeit in einen wahren Albtraum. Der Neuntklässler wurde mit einer Softair-Pistole aus kurzer Distanz beschossen und einmal sogar bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Dadurch, dass die Schule nicht konsequent eingriff, haben sich die Übergriffe laut Michalski immer weiter hochgeschaukelt.

Als die Mitschüler herausfanden, dass der 14-Jährige Jude ist, hätten sie sich gegen ihn gestellt. Sein "bester Freund" habe ihm sogar erklärt, deswegen nicht mehr mit ihm befreundet sein zu können, erzählt Michalski. Den verzweifelten Eltern blieb am Ende keine andere Wahl als eine neue Schule für ihren Sohn zu suchen. Wenzel Michalski ist Chef von 'Human Rights Watch' in Deutschland. Er zeigt sich besorgt, dass Antisemitismus im Land wieder salonfähig zu werden scheint. Insbesondere Kinder mit türkischem und arabischem Migrationshintergrund seien häufig darauf eingestellt, Juden als regelrechtes Feindbild zu sehen.