Verunglückter Formel-2-Pilot spricht erstmals über tödlichen Crash

Juan Manuel Correa: „Ich möchte nicht nur für mich, sondern auch für Anthoine zurückkehren“

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22. November 2019 - 9:34 Uhr

Formel-2-Pilot will zurück in den Motorsport

Der in Spa verunglückte Formel-2-Pilot Juan Manuel Correa hat jetzt zum ersten Mal über den tödlichen Unfall gesprochen. Correa wurde beim Horror-Crash Ende August schwer verletzt - für den ebenfalls in den Unfall verwickelten Anthoine Hubert kam jede Hilfe zu spät. "Anthoine war ein guter Freund", so der 20-Jährige im Interview mit der spanischen Zeitung 'Mundo'. "Ich möchte nicht nur für mich, sondern auch für ihn zurückkehren."

Correa: „Für mich gibt es nichts anderes als zu kämpfen“

Der junge Amerikaner denkt gar nicht erst ans Aufgeben - dabei wurde er bei dem schrecklichen Unfall selbst schwer verletzt. Wochenlang lag Correa im Koma, seine Lunge drohte zwischenzeitlich zu versagen - mehrfach musste er operiert werden. "Für mich gibt es nichts anderes als zu kämpfen und immer weiterzumachen", stellt der 20-Jährige klar. "Als ich aus dem Koma erwacht bin, habe ich realisiert, dass ich entweder traurig im Bett liegen oder aufstehen und kämpfen kann. Genau das werde ich tun. Mich motiviert der Traum, in die Formel 2 zurückzukehren und auch die Formel 1 zu erreichen."

Mittlerweile hat Correa das Krankenhaus in London verlassen, erholt sich in den USA. Über die sozialen Netzwerke hält er seine Fans auf dem Laufenden, zeigt ihnen zum Beispiel, dass er sogar im Fitnessstudio schon wieder Krafttraining macht - trotz seiner schweren Verletzung am rechten Bein. "Insgesamt wird der Reha-Prozess ein Jahr dauern, mit weiteren Operationen", so Correa im Interview. "Unglücklicherweise sieht es danach aus, dass mein rechtes Bein sich nie vollständig erholen wird. Aber ich werde kämpfen, um eines Tages mit dem Bein wieder aufs Gas gehen zu können."

Correa: „War den ganzen Unfall über bei Bewusstsein“

Correas Kampfeswille und seine Liebe zum Motorsport sind ungebrochen - eigentlich kaum zu glauben, nach allem, was der 20-Jährige erlebt hat. Auch an den verhängnisvollen Unfall erinnert er sich genau. "Es ist komisch, dass ich nicht das Bewusstsein verloren habe. Ich hatte bei diesem Unfall einen Aufprall mit 70G. Als ich den Ärzten sagte, dass ich die ganze Zeit bei Bewusstsein war, konnten sie es nicht glauben."

Es habe lange gedauert, bis er verstanden habe, was beim Unfall passiert sei - jetzt geht Correas Blick aber nur noch nach vorne. "Nichts wird verändern können, was passiert ist - also muss ich das Beste daraus machen." Für sich selbst - und in Erinnerung an seinen verstorbenen Freund.