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Verschwundene Milliarden und abgetauchte Manager

Journalisten-Team um Bettina Weiguny rollt Wirecard-Finanzskandal auf

31. März 2021 - 9:28 Uhr

"Das ist wirklich ein Jahrhundertskandal"

Der Fall Wirecard – er gehört wohl zu einer der größten Skandale in der Finanzwelt. Von verschwundenen Milliardenbeträgen bis hin zu abgetauchten Managern: Die Geschichte des einstigen DAX-Konzerns Wirecard ist höchst komplex. Journalistin und Buchautorin Bettina Weiguny hat sich der Geschichte mit einem Team aus Journalisten angenommen und auch im Ausland recherchiert. Das Ergebnis: Knapp 400 Seiten "Wirecard" – vom Anfang bis zum Ende des insolventen Finanzdienstleisters.

Warum es bei den Recherchen ein paar komische Momente gab und welche Lehren aus dem Wirecard-Skandal gezogen werden, erklärt Buchautorin Weiguny im Video.

Recherchen in Asien und Österreich

"So was hat es vorher noch nie gegeben. Das ist wirklich ein Jahrhundertskandal", sagt Bettina Weiguny, die das gleichnamige Buch* zum Doku-Thriller "Wirecard" geschrieben hat. Besonders gereizt habe sie das Thema, weil es sich bei diesem Fall um einen vermeintlich seriösen DAX-Konzern gehandelt habe. Um den Fall Wirecard mit allen Facetten offen zu legen, recherchierte ein ganzes Team von Journalisten unter anderem in Asien und Österreich.

Bei den Recherchen habe sich das Team vor allem juristisch abgesichert, erklärt die Buchautorin. "Wir hatten jetzt nicht das Gefühl, dass wir bedroht werden, sagt Weiguny. Das sei anders gewesen in den Zeiten früher als die Leute bei Wirecard noch agieren konnten wie sie wollten und die Macht hatten, Detektive und sonstige Geheimdienstler auf ihre Kritiker anzusetzen". Das Netzwerk jetzt sei erstmal zerschlagen.

Allerdings habe es ein paar komische Momente bei der Recherche in Asien gegeben. "Unsere Informanten bekamen plötzlich Anrufe aus Deutschland von Rechtsanwaltskanzleien." Das seien komische Situationen gewesen, aber insgesamt habe man sich nicht gegen Geheimdienstler absichern müssen, erklärte Buchautorin Bettina Weiguny im RTL-Interview.

"Man kann nur versuchen, es den Tätern so schwer wie möglich zu machen"

Mit Blick auf die Aufklärung des Wirecard-Falls könne man sagen, dass es ein systemisches Versagen war, so Weiguny. "Es ist egal, ob man jetzt die Prüfer anschaut, den Aufsichtsrat, die Bafin oder die Politik – da kann es einzelnes, persönliches Fehlverhalten gegeben haben. Aber das große Problem war das Systemische, dass keiner in der Lage war oder die Verantwortung übernommen hat, dass es bei Wirecard viele Verdachtsmomente gab". Mit dem Buch sei es ihr Ziel und das der beteiligten Journalisten gewesen, aufzuzeigen, wie skurril der Fall Wirecard sei und warum der Betrug fast jahrzehntelang aufrechterhalten werden konnte.

Es sei laut Weiguny aber auch klar, dass es immer wieder solche Fälle wie Wirecard geben werde. "Man kann nur versuchen, es den Tätern so schwer wie möglich zu machen. Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass auch einiges verändert wird und ins Rollen gekommen ist". Aber es müsse auf jeden Fall noch mehr gemacht werden, so Weiguny.

„Der große Fake – Die Wirecard-Story“ ab 31. März 2021 exklusiv auf TVNOW

Der Doku-Thriller "Der große Fake – Die Wirecard-Story" ist ab 31. März 2021 exklusiv auf TVNOW abrufbar und Teil der TVNOW True Crime-Offensive.

Bei RTL feiert der Doku-Thriller seine Free TV-Premiere am 22. April um 20.15 Uhr. Im Anschluss, ab 22.15 Uhr, beschäftigt sich ein "Extra Spezial" mit dem aktuell untergetauchten Jan Marsalek. Außerdem: Was wussten unsere Politiker? Welche Rolle spielt Karl-Theodor zu Guttenberg? Und ist eine Wiederholung dieser Geschichte anderswo möglich?

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