"Ich weiß nicht, ob ich es Rücktritt nennen kann"

John Kelly muss gehen: Donald Trump verschleißt den nächsten Stabschef

Donald Trump tauscht seinen bisherigen Stabschef John Kelly aus.
© REUTERS, Jonathan Ernst, FW1F/Nicholas ZIEMINSKI

08. Dezember 2018 - 21:11 Uhr

"Er ist ein großartiger Kerl"

"Ich weiß nicht, ob ich es Rücktritt nennen kann", sagte US-Präsident Donald Trump, als er verkündete, dass sein Staabschef John Kelly zum Jahreswechsel gehen wird. "Aber er ist ein großartiger Kerl", erklärte Trump. Es ist schon der zweite Stabschef im Weißen Haus, der seinen Posten räumen muss. Ein Nachfolger soll spätestens am 10. Dezember bekannt gegeben werden. 

Obama kritisierte er für genau das

Für viele Außenstehende sind die schnellen Personalwechsel ein Zeichen für Chaos in der US-Machtzentrale. Trump seinem macht seinem Vorgänger Barack Obama heftige Vorwürfe, als dieser 2012 den dritten Stabschef binnen drei Jahren ins Weiße Haus holte. Weil er seine Mitarbeiter so oft ausgewechselt habe, hätte er sein politischen Programm nicht voranbringen können, meinte Trump.

Nun stellt auch er bereits den dritten Staabschef ein und das nur innerhalb von zwei Jahren. Kritik an seiner Pesonalpolitik ließ Trump aber nicht gelten. Es sei völlig normal, dass hoch qualifizierte Menschen im Öffentlichen Dienst immer wieder ausgetauscht werden und in die besser bezahlte Privatwirtschaft wechseln, erklärte er. 

John Kelly und Donald Trump verstehen sich nicht mehr

Der General John Kelly, der kurzzeitig auch Heimatschutzminister war, sollte Ordnung in die Abläufe des Weißen Hauses zu bringen. Zuletzt hatte sich der 68-Jährige jedoch mehr und mehr mit dem Präsidenten überworfen. In Washington wurde seit Monaten spekuliert, dass Kelly bald gefeuert werden könnte. Als Nachfolger ist Nick Ayers im Gespräch, der bisherige Stabschef von Vizepräsident Mike Pence. Vor John Kelly war Reince Priebus Stabschef im Weißen Haus.

Trumps letzter Personalwechsel liegt noch nicht lange zurück. Im November musste Justizminister Jeff Sessions gehen, weil der Präsident äußerst unzufrieden mit ihm war. Trump will nun den früheren US-Justizminister William Barr in seine Regierung holen und ihm seinen alten Posten zurückgeben, kündigte er an.

Quelle: DPA, RTL.de