Hat der Serienvergewaltiger wieder zugeschlagen?

Joggerin in Potsdamer Waldstück vergewaltigt

Waldweg

14. Juli 2020 - 21:48 Uhr

In Kleinmachnow, nur wenige Kilometer entfernt, wurde kürzlich schon mal eine Joggerin vergewaltigt

+++UPDATE: Die Polizei konnte am Dienstagabend den seit Wochen gesuchten Mann festnehmen – er soll auch die Frau in Potsdam angegriffen haben. Mehr dazu hier+++

Schon wieder eine Vergewaltigung im Großraum Berlin: In Potsdam wurde am Dienstagvormittag eine junge Frau in einem Waldstück vergewaltigt – sie war beim Joggen erst angesprochen und dann überfallen worden. Die Polizei lieferte sich noch eine Verfolgungsjagd mit dem mutmaßlichen Täter, konnte dann aber fliehen. Vieles spricht dafür, dass auch diese Tat auf das Konto des seit Wochen gesuchten Serienvergewaltigers von Berlin und Brandenburg geht – doch die Polizei bestätigt das bislang nicht. 

Passantin fand unter Schock stehende junge Frau im Wald

Beim aktuellen Fall in Potsdam alarmierte eine Passantin die Polizei – zuvor hatte ihr offensichtlich unter Schock stehende junge Frau erzählt, gerade vergewaltigt worden zu sein. Die Passantin führte die Joggerin aus dem Waldstück zwischen Babelsberg und Dreilinden, wo sie umgehend medizinisch betreut und in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Vergewaltigung in Potsdam: Mutmaßlicher Täter konnte der Polizei entkommen

Währenddessen machte sich die Polizei laut Pressemitteilung auf die Suche nach einem möglichen Täter – und fand einen Mann auf einem Fahrrad, auf den die vorläufige Täterbeschreibung genau passte. Als er die Polizisten gesehen habe, sei er geflohen und habe sein Fahrrad zurückgelassen, hieß es von der Polizei. Die Beamten hätten daraufhin die Verfolgung aufgenommen, einen Warnschuss abgegeben und den Mann aufgefordert, anzuhalten – jedoch ohne Erfolg. Der Mann konnte fliehen.

Der mutmaßliche Täter im Fall Potsdam wird wie folgt beschrieben:

  • schwarzer Vollbart, schwarze kurze Haare
  • schwarze Jogginghose, T-Shirt
  • weißes Cap
  • blaues Fahrrad
  • hat englisch gesprochen

Was spricht für eine weitere Tat des Serienvergewaltigers, was dagegen?

Vieles deutet daraufhin, dass es sich bei der Vergewaltigung in Potsdam um eine weitere Tat des Serienvergewaltigers von Berlin und Brandenburg handeln könnte. Der Ort passt, wieder wurde eine Joggerin angefallen, wieder in einem Waldstück, wie bei der Vergewaltigung in Kleinmachnow. Außerdem soll auch im Potsdamer Fall der Täter mit einem Fahrrad unterwegs gewesen sein und englisch gesprochen haben.

Gegen den Serienvergewaltiger spricht allerdings die Beschreibung der Frau, der Mann habe einen schwarzen Vollbart und kurze schwarze Haare gehabt. Auch hier ist es aber denkbar, dass sich der gesuchte Serienvergewaltiger seine Haare schlicht hat wachsen lassen oder sich sogar verkleidet hat.

Die Polizei äußert sich zu den Parallelen zwischen den Fällen bislang nicht.

30-Jähriger soll fünf Frauen vergewaltigt und zwei schwer sexuell belästigt haben

Seit dem 12. Juni wurden in und rund um Berlin mehrere Frauen vergewaltigt oder schwer sexuell belästigt. Die Polizei geht in sieben Fällen davon aus, dass es sich um denselben Täter handelt und veröffentlichte bereits ein Phantombild sowie Fotos aus einer Überwachungskamera.

Nach RTL-Informationen schien die Polizei am Anfang der Woche sicher, den mutmaßlichen Täter bald zu haben – identifiziert ist er bereits. Es soll sich um einen 30-jährigen Serben handeln, der bereits polizeibekannt ist. Durch einen Fingerabdruck gelangten die Ermittler auf seine Spur. 

Ob er auch etwas mit dieser Vergewaltigung zu tun hat, bleibt bislang offen.