Neuer Präsident in den USA

Joe Biden wird vereidigt: Was bedeutet das für Norddeutschland?

January 6, 2021, Wilmington, Delaware, USA: United States President-elect Joe Biden delivers remarks from the Queen The
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20. Januar 2021 - 15:22 Uhr

Politologe: Das Wichtigste ist jetzt, dass Vertrauen wiederhergestellt wird

Vieles ist in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Norddeutschland und den USA unter Trump kaputtgegangen. Vor allem das Vertrauen untereinander hat stark gelitten. Jetzt beginnt Joe Biden, der neue Präsident der USA, mit seiner Arbeit. "Es gibt Grund für Optimismus", erklärt Politologe Jakob Wiedekind von der Leibnizuniversität in Hannover im RTL Nord Interview. Aber: "Vertrauen ist etwas, was sehr schwer wiederherzustellen ist."

Politologe Wiedekind: Norddeutsche Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen

Donald Trump setzte in seiner Amtszeit auf Konfrontation statt Kuschelkurs: Der ehemalige Präsident vergab gerne Strafzölle - auch auf Stahl und Aluminium. Das schadete viele norddeutsche Unternehmen. Besonders hart traf es den Stahlkonzern Salzgitter AG, immerhin eines der fünf größten Unternehmen in Niedersachsen mit insgesamt 25.000 Beschäftigten in Norddeutschland und weltweit.

"Vertrauen und Verlässlichkeit sind unerlässlich in wirtschaftlichen Beziehungen", betont Politologe Jakob Wiedekind. "Vertrauen ist etwas was in den letzten vier Jahren Trump-Administration stark gelitten hat." Ein Ziel müsste nun sein, das verlorengegangene Vertrauen zwischen der norddeutschen und amerikanischen Wirtschaft wiederherzustellen.

Wird im Norden jetzt alles besser?

Mit Amtsantritt des neuen US-Präsidenten können norddeutsche Unternehmen wieder auf bessere wirtschaftliche Beziehungen hoffen. Das prognostiziert Politologe Jakob Wiedekind: "Mit Joe Biden wird jemand die Macht in den USA übernehmen, der den Wert der transatlantischen Beziehungen auf jeden Fall sehr hoch hängt und der auch auf dem gegenseitigen Austausch auf einer diplomatischen und kompromissbereiten Art und Weise sehr viel Wert legt", erklärt Jakob Wiedekind.

Vor allem die rund 4800 niedersächsischen Unternehmen mit ungefähr 50.000 Angestellten aus dem Bereich erneuerbare Energien könnten mit Optimismus in die Zukunft blicken, betont der Politologe: "Das ist ein Bereich, der mit Joe Biden als Präsident in den USA einen Aufschwung erwarten darf. Er hatte ja auch schon angekündigt, in das Pariser Klimaabkommen zurückzukehren."

Experten sagen: Es kann nur besser werden

Inwieweit und vor allem wann sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Norddeutschland und den USA verbessern, werden die nächsten Wochen zeigen. Viele Experten vermuten, dass sich Joe Biden in seinen ersten Amtshandlungen den großen innenpolitischen Herausforderungen in den USA widmen wird. Ein "America First!" wie es Ex-Präsident Donald Trump vorher praktiziert hatte, wird es aber mit dem neuen Präsidenten Joe Biden wohl nicht mehr geben.