15. März 2019 - 21:28 Uhr

Löw spricht über das Triple-Aus

Bundestrainer Joachim Löw hat sich erstmals öffentlich und ausführlich über die Ausmusterung des Weltmeister-Trios Jerome Boateng, Thomas Müller und Mats Hummels geäußert. Zudem gab er den neuen Kader für die kommenden Spiele gegen Serbien und Holland bekannt - darunter drei neue Spieler.

Der Umbruch ist eingeleitet

10 Tage ist der DFB-Hammer schon her. Mit einer offiziellen Pressemitteilung begründete der DFB damals diesen Schritt. Nun hat Joachim Löw die konkreten Gedankengänge hinter dem Rauswurf des Bayern-Trios erklärt.

"Viele Gedanken gemacht"

Kurios: Die DFB-Pressekonferenz startete mit 45 Minuten Verspätung, Löw musste bei der Anreise kurzerhand von der Bahn auf die Straße umsteigen. Der Grund für die PK: Der Bundestrainer wollte seinen persönlichen Standpunkt zur Ausbootung von Jerome Boateng, Thomas Müller und Mats Hummels zum Ausdruck zu bringen. "In den letzten Tagen wurde viel gesprochen und geschrieben", sagte Löw.

Nun war er an der Reihe und startete mit dem Zeitpunkt der Bekanntgabe. "Nach Abschluss der Nations League haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie die Manschaft in der EM-Quali spielen und wie sie 2020 personell aufgestellt sein soll. Aufgrund dieser Überlegungen haben wir die bekannten Entscheidungen getroffen."

Entscheidung fiel Löw "wahnsinnig schwer"

Die Entscheidung sei in den vergangenen zwei bis drei Wochen gefallen, "nachdem wir uns im Januar und im Februar viele Spiele angeschaut haben." Das Resultat: Löw und Co. haben eine neue Ausrichtung mit neuen jungen Spielern beschlossen. "Für mich selbstverständlich, dass wir die Dinge dann schnell kommunizieren", so Löw.

Mehrmals wies der Bundestrainer darauf hin, wie wichtig es ihm ein persönliches Gespräch mit den Dreien war. Nach eigener Aussage ein schwieriger Schritt. "Persönlich ist es mir sehr schwer gefallen. Es war bei mir auch ein Prozess, weil wir den Spielern so viel zu verdanken haben." Er habe mit dem Trainerteam einige Kriterien zugrunde gelegt. Eine solche Entscheidung fälle man nicht "von heute auf morgen."

Er bedankte sich ausdrücklich bei dem Trio für die Auftritte im DFB-Dress. "Die Wertschätzung für die drei ist selbstverständlich. Sie haben einmaliges geleistet. Sie sind mir als Fußballer und Mensch extrem wichtig, das wird auch über die Zeit hinaus bleiben." Aber: "Meine Aufgabe als Trainer ist es, Entscheidung zu treffen. Und die sind manchmal hart", sagte der 59-Jährige.

Drei neue Spieler im Kader

Eine Comeback durch die Hintertür scheint ausgeschlossen. Er habe dem Trio gesagt: "Ich plane ohne euch die Qualifikation und die EM." Alles andere wäre ein "Eiertanz" gewesen. Er wolle nun den jungen, neuen Spielern die Möglichkeit geben, "sich zu entwickeln".

Für die beiden anstehenden Spiele am Mittwoch gegen Serbien (20.45 Uhr live bei RTL und TVNOW) und am Sonntag gegen Holland (20.45 Uhr live bei RTL und TVNOW) holte der 59-Jährige drei neue Profis in den Kader. Innenverteidiger Niklas Stark (Hertha BSC), Rechtsverteidiger Lukas Klostermann (RB Leipzig) und Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein (Werder Bremen) sollen neuen Schwung in die DFB-Elf bringen und sich an die Nationalelf herantasten. Dazu kehrt nach längerer Verletzungspause wieder Defensivmann Marcel Halstenberg zurück in den Kader. Zuletzt war er im November 2017 im Aufgebot.