14. März 2019 - 13:15 Uhr

Die Schulpause war die Hölle für viele Jungs

Jahrelang haben ältere Schüler Neuankömmlinge ihrer Schule in Crivitz zu einem widerlichen Ritual genötigt. An der Realschule in Mecklenburg-Vorpommern hat aber offenbar niemand den Kleinen geholfen. Jetzt packt ein Opfer aus und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Lehrer. Im Video erzählt der 12-Jährige von seiner Tortur.

Verstörendes Ritual an Schule in Crivitz

Über viele Jahre soll es an der Regionalschule im mecklenburgischen Crivitz zu einem verstörenden Aufnahmeritual gekommen sein. Dort sollen Sechstklässler immer wieder die schwächeren Fünftklässler überwältigt und ihre Genitalien an einen Baumstamm gerieben haben.

Der 12 Jahre alte Patrick hat das vor eineinhalb Jahren öfter durchmachen müssen. Erst jetzt traut er sich darüber zu reden. Immer wieder wurde der Junge von fünf älteren Mitschülern drangsaliert. Das Schlimmste für ihn ist allerdings, dass die Lehrer ihre Schüler offenbar nicht richtig geschützt haben.

Schulleitung soll informiert gewesen sein

Obwohl viele Lehrer und die Schulleitung laut Patrick seit Längerem von dem sogenannten "Stängeln" gewusst haben, hätten sie erst im Oktober 2018 gehandelt und laut einem Bericht der "Ostsee-Zeitung" bei der Polizei Anzeige wegen Nötigung erstattet.

Fast alle Schüler, die Opfer des Rituals wurden, seien in den Folgejahren selbst zu Tätern geworden, so die Zeitung. Insgesamt sollen 30 Kinder im Alter von zehn bis 13 Jahren Teil des Rituals gewesen sein. Die Polizei in Crivitz bestätigte der Zeitung, dass die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden sei.

Ermittlungen wurden eingestellt

Nach einer Anzeige der Schule ermittelte zunächst die Staatsanwaltschaft Schwerin. Die Ermittlungen seien zu Jahresbeginn jedoch eingestellt worden, sagte eine Sprecherin. Ein Kind sei befragt worden, habe aber keine Namen von Tätern genannt. Sie wären ohnehin strafunmündig gewesen.