Jetzt spricht die "Gurke"

Narain Karthikeyan sieht sich nach dem Zusammenprall mit Sebastian Vettel beim Malaysia-GP nicht in der Schuld.
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28. März 2012 - 15:51 Uhr

Nachdem sich Sebastian Vettel bei der Überrundung von Narain Karthikeyan den Reifen aufgeschlitzt hatte, zeigte er dem HRT-Piloten auf der Strecke den Stinkefinger und beschimpfte ihn in Interviews als "Gurke", "Pfosten" und "Idiot". Nun meldete sich die "Gurke" erstmals selbst zu Wort und konterte den "Pfosten"-Vorwurf.

"Es ist völlig unprofessionell, mich für den Vorfall verantwortlich zu machen. Vettels abfällige Bemerkungen rücken nur eine Person in ein schlechtes Licht - und das ist er selbst", sagte Karthikeyan der indischen Zeitung 'Deccan Chronicle'. Er selbst respektiere Vettel für all das, was er in sehr kurzer Zeit gewonnen habe. "Ich glaube, Vettel ist richtig frustriert, weil er, nachdem er die WM zwei Jahre dominiert hat, jetzt eine schwierige Saison hat", mutmaßte der HRT-Pilot.

Karthikeyan: Vettel wie ein heulendes Baby

Sebastian Vettel
Schmollte während des gesamten Malaysia-GPs: Weltmeister Sebastian Vettel.
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Den Vorwurf, er könne nicht Auto fahren, wollte der Inder nicht auf sich sitzen lassen. "Ich habe auch schon Rennen in anderen Formelserien gewonnen. Ich brauche also mit Sicherheit kein Zertifikat von Sebastian Vettel", ärgerte sich Karthikeyan. "Alle haben ein Recht zu fahren. Die Regel sagt, dass die Nachzügler Platz machen müssen, wenn die Blaue Flagge gezeigt wird, aber das bedeutet nicht, dass wir außerhalb der Strecke stehen bleiben müssen. Nur weil er ein gutes Auto hat, darf er die anderen nicht "Idiot" nennen."

Geärgert hat den Inder vor allem aber die nachträgliche Durchfahrtsstrafe durch die Rennleitung. Er habe versucht mit den Stewards zu sprechen, da die Entscheidung für ihn nicht nachvollziehbar gewesen sei, erzählte Karthikeyan der indischen 'Hindustan Times'. Er habe aus seiner Sicht nichts getan, um die Kollision mit Vettel zu provozieren. "Es hat die Stewards aber überhaupt nicht interessiert, was ich zu sagen hatte, weil Herr Vettel ihnen schon Gott weiß was erzählt hatte, als er zu ihnen gelaufen ist, um mit ihnen zu sprechen", sagte der HRT-Pilot. "Man erwartet nicht, dass sich ein professioneller Sportsmann wie ein heulendes Baby verhält", schloss der 35-Jährige.