Jetzt spricht die ausgebeutete REWE-Praktikantin: "Das war Erpressung"

3. April 2014 - 20:42 Uhr

"Ich bezahle keine Praktikanten"

Der Fall sorgte in ganz Deutschland für Aufsehen: Der Leiter eines REWE-Partnermarktes ließ eine Praktikantin acht Monate lang umsonst schuften. Die junge Frau klagte – und bekam Recht. Das Arbeitsgericht Bochum ordnete eine Nachzahlung von rund 17.000 Euro an. Yuliya L., die den Stein ins Rollen gebracht hatte, sprach mit RTL über die unbefriedigende Zeit als Praktikantin in dem Rewe-Markt. Ihr Fall könnte möglicherweise Auswirkungen auf eine ganze Generation haben.

"Ich hatte nach einem Mini-Job gefragt, daraufhin sagte er mir: 'Ich bezahle keine Praktikanten'", sagte Yuliya L.. Die 20-Jährige ließ sich das überhaupt nur so lange gefallen, weil sie auf eine Ausbildungsstelle hoffte. Und die hat man der gebürtigen Ukrainerin in dem Rewe-Partner-Markt in Bochum versprochen. Aber nur unter der Bedingung, dass sie vorher acht Monate lang ein Praktikum macht – unbezahlt.

Yuliya L. räumte Waren ein, putzte und saß auch an der Kasse – das Ganze oft bis zu zwölf Stunden am Tag. Sie machte praktisch die gleiche Arbeit wie ihre festangestellten Kollegen. "Das war Erpressung. All das habe ich nur durchgehalten, weil ich unbedingt die Stelle haben wollte", so die 20-Jährige.

Als die junge Frau ihren Chef nach Lohn fragte, drohte er ihr, den unterschriebenen Ausbildungsvertrag wieder zu kündigen. Das war zu viel. Die 20-Jährige ging zum Anwalt – und erzielte einen Teilerfolg. Zwar kann sie sich über die ihr zugesprochenen 17.000 Euro freuen, doch einen Ausbildungsplatz sucht sie weiterhin.