Jetzt erst recht: Berliner Bürger lassen sich nicht vom Terror einschüchtern

27. Dezember 2016 - 8:48 Uhr

Berlin steht auf

Eigentlich sollte es am 23. Dezember das große Tour-Finale der Coca-Cola-Weihnachts-Trucks am Brandenburger Tor geben. Der Konzern sagte die fröhliche Familienparty jedoch aus Respekt vor den Opfern des Terroranschlags ab. Große Lastwagen möchte man in Berlin derzeit sowieso nicht sehen. Viele Musiker traten dort aber dennoch auf - beim Solidaritätskonzert zum Gedenken an die Opfer. Vom Terror einschüchtern lassen, möchte man sich schließlich nicht.

Auch in diesem Jahr findet das traditionelle Weihnachtssingen des Berliner Zweitligisten 1. FC Union Berlin statt.
Auch in diesem Jahr findet das traditionelle Weihnachtssingen des Berliner Zweitligisten 1. FC Union Berlin statt.

Es ist nicht nur die Feierlaune, die viele Bürger aus ihren Häusern lockt. Auch der Trotz, der so kurz nach dem Anschlag in den Menschen steckt, führt sie zusammen. Denn gerade zu Weihnachten möchten sich die Berliner nicht einschüchtern lassen. "Natürlich hat heute jeder so ein komisches Gefühl, aber trotzdem müssen wir zeigen, dass wir rausgehen", erzählt eine der Besucherinnen des Konzerts.

Richtige Partystimmung kommt jedoch nicht auf. Vielleicht liegt das an den vielen Polizisten, die sich rund um die Menschenmenge postiert haben. Auch die Selfies mit Sänger Max Giesinger sind deutlich besser bewacht als es sonst der Fall wäre. Doch auch Giesinger ist der Meinung, dass es einen Grund zu feiern gibt: "Wir feiern, dass wir heute zusammen sind, feiern unsere Werte, dass wir frei sind, dass wir uns nicht unterkriegen lassen". Und damit spricht der Musiker den Berlinern wohl aus der Seele. ​

Berliner Bürger setzen ein Zeichen

In der Rede des Berliner Bürgermeisters, Michael Müller, heißt es: "Wir lassen uns unsere demokratische Freiheit, unser weltoffenes Berlin nicht durch Angst, Terror und Schrecken nehmen – gemeinsam werden wir uns mit aller Kraft auch diesem Angriff auf die Seele unserer Stadt entgegenstellen". Gemeinsam stark sein, so lautet demnach das Motto, unter dem sich die Berliner kurz vor Weihnachten zusammengefunden haben.

Und nicht nur vor dem Brandentor wimmelt es von Menschen. Auch das traditionelle Weihnachtssingen der Fans beim Berliner Zweitligisten 1. FC Union Berlin ist in diesem Jahr so gut besucht wie auch die Male zuvor. "Jeder ist ungern allein, wenn die Zeiten schwierig sind und dieses Zeichen wollten wir auch gern setzen und deshalb freuen wir uns, wenn ganz viele Menschen da sind", bringt es der Union-Pressesprecher Christian Arbeit auf den Punkt. Um ihn herum haben sich 30.000 Menschen versammelt, die gemeinsam Weihnachtslieder singen und mit brennenden Kerzen in den Händen der Opfer des Anschlags gedenken.