Jesuskind aus Krippe in Lüneburger Kirche gestohlen

Zwei Polizeiwagen fahren zu einem Einsatz. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
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14. Januar 2020 - 17:10 Uhr

Aus der Krippe in einer Lüneburger Kirche ist das Jesuskind gestohlen worden. Ein Unbekannter entwendete die etwa 50 Zentimeter große Figur zwischen Freitagmittag und Samstagabend, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. "Es gab keinen Einbruch", sagte eine Polizeisprecherin. Möglicherweise habe ein Besucher der katholischen Kirche St. Marien die Figur mitgenommen. Erst im Gottesdienst der spanischen Gemeinde am Samstag sei aufgefallen: "Das Christkind ist nicht mehr da."

In der Vergangenheit sei bereits der Aufsatz des Taufbeckens - ein Engelsorchester - aus der Kirche gestohlen worden, berichtete Gemeindepfarrer Carsten Menges. Der Theologe vermutet nicht, dass die gestohlenen Objekte verkauft werden sollen. Den Dieben gehe es vermutlich darum, sich mal die Engel oder eben das Jesuskind nach Hause zu holen. Sie seien womöglich "religiös nicht ganz intakt".

Wegen Vandalismus oder Diebstählen werden viele Kirchen in Deutschland nur noch zu den Gottesdiensten geöffnet. "Wir möchten die Kirche aber auf jeden Fall offen lassen, weil viele aus der Innenstadt spontan zu uns kommen", sagte Menges. Die Gemeinde denkt nun über eine Kameraüberwachung nach, auch weil früher schon Türen aufgebrochen worden seien. Dabei müsse der Datenschutz beachtet werden. "Wir wollen unsere Leute nicht beim Beten filmen", betonte der Geistliche.

Der Dieb hatte es nur auf das Jesuskind abgesehen. Maria, Josef, Hirten und Engel wurden in der Kirche stehengelassen. Die Krippe sei vermutlich in den 1980er oder 1990er Jahre angeschafft worden, sagte Pfarrer Menges. "Die Figuren sind relativ groß." Ein neues Christkind mit beweglichen Armen koste locker 800 Euro. "Natürlich schmerzt mich der Verlust. Es ist traurig." Außerdem hänge es jetzt an ihm: "Woher kriegen wir ein neues Jesuskind, das zu unserer Krippe passt?"

Quelle: DPA