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Jesidin trifft ihren IS-Peiniger in Deutschland wieder – Ashwaq T. ist kein Einzelfall

Ashwaq T. ist anscheinend kein Einzelfall
Ashwaq T. ist anscheinend kein Einzelfall Weitere Jesidin erkennt IS-Täter in Deutschland 02:35

Weitere IS-Täter könnten bei uns untergetaucht sein

Für Ashwak T. wurde ihr schlimmster Alptraum wahr, als sie ihren Peiniger Abu H. plötzlich in Schwäbisch Gmünd auf der Straße traf. Der IS-Kämpfer hatte die junge Jesidin monatelang als Sexsklavin in seiner Gewalt, bevor es ihr gelang, diesem Martyrium zu entkommen und nach Deutschland zu fliehen. Doch selbst hier war sie nicht sicher vor dem Mann. Der Fall der 19-Jährigen scheint kein Einzelfall zu sein. Weitere IS-Täter könnten unerkannt in Deutschland untergekommen sein.

Sieben weitere Frauen haben sich bei der Polizei gemeldet

Entführte Jesidinnen.
IS-Propaganda-Video mit entführten Jesidinnen. © RTL, RTLi, unbekannt

Sieben jesidische Frauen haben sich inzwischen bei den Behörden gemeldet, weil sie ihre IS-Peiniger in Baden-Württemberg wiedererkannt haben wollen, wie ein Sprecher des Innenministeriums in Stuttgart bestätigte. In einigen Fällen konnten die Ermittler die Behauptungen zwar wiederlegen, in anderen Fällen scheint an den Geschichten der Jesidinnen aber etwas dran zu sein.

"Wir haben von einem weiteren Fall Kenntnis erlangt", erklärte Zemfira Dlovani vom Zentralrat der Jesiden. Eine junge Frau, die inzwischen in Rottweil lebt sei ebenfalls dem Mann begegnet, der sie in der Heimat gefangen gehalten hatte. Dieser Mann sei nicht der gleiche IS-Täter, von dem Ashwaq T. berichtete.

Ashwaq T. lebt inzwischen wieder im Irak

Baden-Württemberg hatte zwischen 2015 und Anfang 2016 insgesamt 1.000 Menschen - vorwiegend jesidische IS-Opfer und ihre Kinder - aufgenommen. Sie würden nach und nach zusammen mit dem Bundeskriminalamt befragt, um Beweise zu sichern für den Fall, dass die Täter irgendwann vor Gericht gestellt werden. Die Vernehmungen seien aber schwierig, "weil die Zeuginnen häufig schwer traumatisiert sind", sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

Ashwaq T. lebt inzwischen wieder in ihrem Heimatland Irak, weil sie sich in Deutschland nicht mehr sicher fühlt. Im Video sehen Sie, wie RTL-Reporter Jürgen Weichert sie dort besucht. Die 19-Jährige wirft den deutschen Behörden Untätigkeit vor. Das Landeskriminalamt in Baden-Württemberg hatte erklärt, die Ermittlungen könnten im Moment nicht fortgeführt werden, da die Zeugin für Rückfragen nicht erreichbar sei. Vernehmungen im Ausland seien Eingriffe in die Hoheitsrechte des jeweiligen Staates. Der Generalbundesanwalt müsste also bei den irakischen Behörden um Erlaubnis bitte.

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