Jenson Button rast knapp an der Katastrophe vorbei

Das war haarscharf: Im 1. Freien Training zum Großen Preis von Monaco ist die Formel 1 nur knapp an einer Katastrophe entgangen – genauer Jenson Button. Der Brite hatte Riesenglück, dass ein loser, aufgewirbelter Gullideckel nur seinen Frontflügel und nicht seinen Kopf traf. Der hatte in den letzten Minuten der ersten Trainigssitzung gar nicht bemerkt, was der Grund war für die Schäden an seinem Auto, bei dem der Frontflügel, die Vorderradaufhängung, die Vorderbremse und der Unterboden zu Schrott gingen. Auch sein Team rätselte.

Jenson Button, McLaren
JEnson Button hatte in Monaco einen guten Schutzengel.
Getty Images, Bongarts

Erst nachdem Bilder in den sozialen Netzwerken auftauchten, ließ sich der Hergang rekonstruieren: Demnach löste sich der schwere Gullideckel aus dem Boden, als kurz zuvor Nico Rosberg mit seinem Mercedes darüberfuhr. Dabei schlitzte sich auch der Deutsche einen Reifen auf und fing sich einen Plattfuß ein. Der Gullideckel wurde auf die Straße geschleudert, traf den rechten Vorderreifen des nachfolgenden Button, wurde in die Höhe gewirbelt und rauschte dann am Cockpit von Button vorbei. Nur wenige Zentimeter weiter links, und der gusseiserne Deckel hätte Buttons Helm getroffen.

"Dieser Zwischenfall ist etwas, das wir nicht erleben wollen", sagte Button, der mit dem Schrecken davonkam und mahnte die Einhaltung der Sicherheitsstandards an: "Eine Rennstrecke ist eine kontrollierte Umgebung, und wir nehmen genug Risiken als Fahrer in Kauf. Es war reines Glück, dass der Kanaldeckel relativ nah auf der Erde blieb."

Erinnerungen an schweren Massa-Crash

Erinnerungen wurden wach an den schweren Unfall von Felipe Massa im Qualifying beim Großen Preis von Ungarn 2009. Eine 800 Gramm schwere Metallfeder traf den Brasilianer damals am Kopf. Massa verlor kurzzeitig das Bewusstsein und krachte mit seinem Ferrari ungebremst in die Reifenstapel. Dabei erlitt er eine Schädelfraktur und musste operiert werden, weil sich ein Knochensplitter hinter seine Augenhöhle geschoben hatte.

Der glücklicherweise glimpflich ausgegangene Unfall von Button jetzt in Monaco bietet den Befürwortern eines Cockpitschutzes ein weiteres gutes Argument. Nach dem Willen des Automobil-Weltverbandes FIA soll ein solcher Kopfschutz mit der kommen Saison eingeführt werden. Derzeit gibt es zwei Lösungsansätzen: Eine Kuppel aus Plexiglas von Red Bull oder einen Sicherheitsbügel über dem Cockpit. Formel-1-Puristen lehnen einen wie auch immer gearteten Kopfschutz aber grundsätzlich ab - zumindest bislang.

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