Jens Spahn wirbt im Kosovo um Pflegekräfte

Sind SIE die Lösung für den Pflegenotstand?

18. Juli 2019 - 11:15 Uhr

Auf der Suche nach der Zukunft

Gesundheitsminister Jens Spahn will gezielt Pflegekräfte aus dem Kosovo nach Deutschland holen. Am Montag besuchte er für sein Vorhaben die Hauptstadt Pristina. RTL.de war dabei.

Spahn: Man muss auch im Ausland nach Pflegekräften suchen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU, aufgenommen vor einer Fraktionssitzung im Bundestag in Berlin, 02.04.2019. Berlin Deutschland *** Federal Health Minister Jens Spahn CDU admitted before a parliamentary group meeting in the Bundestag in Berl
Das Potential des Kosovo hat Gesundheitsminister Jens Spahn bereits im vergangenen Jahr erkannt.
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Das Potential des Kosovo hat Gesundheitsminister Jens Spahn bereits im vergangenen Jahr erkannt, als er ankündigte, dass man auch im Ausland nach Pflegekräften für den deutschen Markt suchen müsse. Die Chancen dafür sind gut: Der Kosovo hat die jüngste Bevölkerung in Europa. Zum Vergleich: Deutschland hat die älteste, weltweit ist nur Japan älter.

Anders als beispielsweise Rumänien oder Serbien, die selbst auf ihre jungen Arbeiter angewiesen sind, gibt es im Kosovo für die gutausgebildeten Kräfte zu wenige Jobs. Die Jugendarbeitslosigkeit im Land liegt bei 60 Prozent. Dazu sind die Gehälter in Deutschland deutlich höher - und das obwohl Pflegekräfte hierzulande als unterbezahlt gelten.

Dienstreise mit dem Billigflieger

Für den Gesundheitsminister war es am Montag ein eng getakteter Tag. Am Morgen flog er mit einem Billigflieger von Berlin Schönefeld in die kosovarische Hauptstadt Pristina. Am frühen Abend stieg er wieder in den Flieger nach Deutschland.

Vor Ort traf er einige der Menschen, die bald in Deutschland den akuten Pflegenotstand beseitigen sollen. Spahn überzeugte sich von der Qualität der medizinischen Ausbildung und setzte sich mit seinem Amtskollegen im kosovarischen Gesundheitsministerium zusammen. Inhalt der Gespräche: Die Anerkennung der Qualifikationen und die Zertifizierung vor Ort.

Jährlich sollen aus dem Kosovo bis zu 1.000 ausgebildete Pflegekräfte nach Deutschland kommen. Im Gegenzug will Deutschland dem Kosovo beim Aufbau einer gesetzlichen Krankenversicherung unterstützen.

Vereinbarung mit dem Kosovo erst der Anfang

Kosovo ist der Vorbote für das, was Spahn noch in anderen Ländern plant. Schließlich fehlen in Deutschland rund 50.000 Pfleger. Gescannt werde deshalb gerade auch in Brasilien, den Philippinen, Mexiko und Vietnam.

Doch wer sind die Menschen, die sich in Deutschland um unsere Kranken und Alten kümmern sollen? Im Video zeigen wir den Besuch unseres Reporters bei einer solchen Pflegekraft im Kosovo.