Jenke auf norwegischer Gefängnisinsel Bastøy: Ist das noch Knast oder schon Urlaub?

Wer hier seine Strafe verbüßt, wird nie wieder rückfällig

Keine Zäune, keine Mauern, keine Zellen – stattdessen Fischen gehen und sonnenbaden. Die norwegische Gefängnisinsel Bastøy ist der wohl liberalste Knast der Welt und es sieht vor Ort fast ein bisschen nach Urlaub aus. Doch hinter dem Inselknast steckt ein Konzept, das sich bewährt hat. Jenke von Wilmsdorff hat die die Resozialisierungsoase besucht.

Freiheit und Selbstbestimmung statt Gittern und Zellen

Vollzug muss nicht immer gleich aussehen, das beweist die norwegische Gefängnisinsel Bastøy. Denn dass es sich bei dem idyllisch gelegenen Gebäude um eine Strafvollzugsanstalt handelt, wird erst bei genauerem Hinsehen klar - Mauern, Zäune oder Stacheldraht sucht man hier vergebens. Und mit ihren gerade einmal 2,6 Quadratkilometern ist Bastøy gerade einmal groß genug, damit sich 115 verurteilte Verbrecher völlig frei bewegen können.

Das Konzept der Gefängnisinsel: Selbstdisziplin. Denn wie im echten Leben müssen auch die Häftlinge auf Bastøy arbeiten, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Doch wie im echten Leben können auch alle nach Feierabend machen, was sie wollen. Ein Gefängnis-Konzept, das es so in Deutschland nicht gibt.

"Kuschelknast“ verspotten deswegen viele diese Form des offenen Vollzugs. Und das, obwohl die Inselbewohner alles andere als harmlose Typen sind. Denn wer hier aufgenommen wird, hat in der Regel einiges auf dem Kerbholz. Doch die Rückfallquote gibt dem liberalen Knast-Konzept Recht: Nur rund 16 Prozent der Gefangenen werden in den ersten zwei Jahren nach ihrem Aufenthalt wieder straffällig. Das sind immerhin vier Prozent weniger als im restlichen Norwegen.

Und noch mehr! Auch im Gespräch mit RTL-Reporter Jenke wird klar: An Flucht denkt hier kaum einer. Einerseits weil ein Erfolg zu unwahrscheinlich wäre, andererseits weil die Flüchtigen als Strafe zurück in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt würden. Da sind die Aussichten hier schon besser. Und noch eine positive Bilanz lässt sich ziehen: Verbrechen gibt es auf der Bastøy keine.

Fragt sich nur, wie sich die Opfer der Verbrecher bei dem Gedanken fühlen, dass dieses friedliche Inselidyll eine Bestrafung sein soll. Schließlich ist es für viele Menschen sicherlich nur schwer nachvollziehbar, dass man Verbrecher nicht hinter Gitter steckt.

Wie der Knast-Alltag auf Bastøy aussieht und was die Insassen selbst zu dem liberalen Knast-Konzept sagen, das sehen Sie im Video.

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