Jena will mit App Konzert- und Restaurantbesuche ermöglichen

Thomas Nitzsche (FDP), Oberbürgermeister von Jena. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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05. November 2020 - 13:12 Uhr

Mit einer Anwendung für Smartphones soll in Jena möglichst schnell der Besuch etwa von Restaurants oder Konzerten wieder ermöglicht werden. Mit der "Luca"-App soll die Nachverfolgung von Kontakten leichter gemacht werden, wie Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) am Donnerstag sagte. Diese sei "das A und O, um wieder in Richtung Normalität zu kommen." Die Anwendung soll Ende November zur Verfügung stehen.

Wie Patrick Hennig vom Entwicklerteam erläuterte, bekommt der Nutzer über einen sogenannten QR-Code einen virtuellen Schlüssel auf sein Smartphone. Während derzeit zum Beispiel Besucher in Gaststätten häufig auf Zetteln ihre Kontaktdaten hinterlassen, übergibt der Nutzer der App dem Veranstalter oder Gastronomen seinen Schlüssel "wie in einer Box". Auf diese Daten hat jedoch der Betreiber einer Gaststätte oder Veranstalter eines Konzerts keinen Zugriff, sondern nur das Gesundheitsamt. Der Veranstalter bewahrt sie lediglich auf.

Sollte eine Infektion mit dem Corona-Virus gemeldet werden, kann der Nutzer seinen QR-Code für das Gesundheitsamt freigegeben. Dieses hat dann die Möglichkeit nachzuvollziehen, wo sich der Nutzer in den vergangenen 14 Tagen aufgehalten hat und auch die Betreiber von Clubs und Restaurants oder Organisatoren von Veranstaltern informieren. Diese geben dann weitere mit der App vorgenommene Check-Ins anonym an das Gesundheitsamt, das wiederum betroffene Nutzer informieren kann.

Wie der Musiker Michi Beck von der Band "Die Fantastischen Vier" bei der digitalen Vorstellung der App sagte, wird die Corona-Pandemie auch im kommenden Jahr anhalten. Dem könne jedoch nicht permanent dadurch begegnet werden, dass Lockdowns verhängt werden. "Denn dann ist die Kultur komplett kaputt." Deshalb müssten anderen Wege gefunden werden, Veranstaltungen trotz Corona sicher stattfinden zu lassen, sagte er als App-Botschafter.

Quelle: DPA