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Jemen: Zweifel am Tod der 'Kindsbraut' Rawan

Jemen: Zweifel am Tod der 'Kindsbraut' Rawan

Zweifel am Tod der Kindsbraut Rawan
Der Bericht über die 'Kindsbraut' Rawan sind zweifelhaft. Die Behörden sprechen von einer Lüge. (Symbolfoto)
picture alliance / Bildagentur-o

Behörden sprechen von einer Lüge

Im Jemen ist laut Medienberichten eine acht Jahre alte Kindsbraut in der Hochzeitsnacht nach erzwungenem Geschlechtsverkehr mit einem Mann gestorben. Die kleine Rawan hatte demnach am vergangenen Samstag die erste Nacht mit ihrem Bräutigam verbringen müssen. Diese Berichte werden allerdings angezweifelt.

Der Leiter des Jugendamtes der Stadt Haradh, Nabil Schalef, dementierte und sprach sogar von Lüge. Er sagte, er habe die Familie von Rawan gefunden. Das Kind sei nicht tot, und es sei von seinen Eltern auch nicht verheiratet worden. Rawan sei nicht acht, sondern elf Jahre alt. Die Schulabbrecherin lebt seinen Angaben zufolge in Haradh, einer Stadt in der Nähe der Grenze zu Saudi-Arabien, zusammen mit ihren Eltern und fünf Geschwistern.

Rawans Vater will Journalisten verklagen

Rawans Vater, Mohammed Ibrahim Hassaan, will nach Angaben eines Menschenrechtlers jetzt den Journalisten Mohammed Radhman verklagen. Dieser hatte die Geschichte unter Berufung auf Nachbarn geschrieben. Radhman sagte arabischen Medien, seine Informanten seien bereit, vor Gericht auszusagen. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums in Sanaa sagte, die Ermittlungen zu dem Fall liefen noch.

Schalef konnte allerdings nicht erklären, wie er feststellen konnte, dass es sich bei der elfjährigen Rawan und ihren Angehörigen tatsächlich um die in Radhmans Bericht erwähnte Familie handelt. Denn der Journalist hatte den Familiennamen des Kindes nicht erwähnt. Einige jemenitische Beobachter vermuteten deshalb, die Behörden versuchen, einen tragischen Vorfall, der die Beziehungen zu Saudi-Arabien belasten könnte, unter den Teppich zu kehren.