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Jekaterinburg: Russischer Journalist stirbt unter mysteriösen Umständen – wusste Maxim Borodin zu viel?

Russischer Journalist stirbt unter mysteriösen Umständen
Der russische Journalist Maxim Borodin starb nach einem Sturz aus seiner Wohnung im fünften Stock. (Foto: Facebook/Maxim Borodin)

Merkwürdiger Anruf kurz vor Maxim Borodins Tod

In Russland ist ein Journalist unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Nachbarn fanden den 32-jährige Maxim Borodin bewusstlos auf der Straße vor seinem Haus in Jekaterinburg. Der Mann war offenbar aus seiner Wohnung im fünften Stock gestürzt. Im Krankenhaus erlag er seinen schweren Verletzungen. Am Tag vor seinem Sturz erhielten einer seiner Freunde noch einen besorgniserregenden Anruf von ihm.

Ermittler meinen, dass es ein Unfall war

Die Ermittler gehen von einem tragischen Unfall aus, denn in der Wohnung des Journalisten wurden weder ein Abschiedsbrief noch Hinweise auf eine Gewalttat gefunden. Die Tür zum Apartment sei laut Polizei von innen abgeschlossen gewesen. Niemand hätte die Wohnung betreten oder verlassen. Damit scheint der Fall für die russischen Behörden mehr oder weniger aufgeklärt zu sein.

Nun werden aber Stimmen laut, dass hinter Borodins Tod mehr stecken könnte, als ein Unfall. Ein Freund des Journalisten erzählte, dass der 32-Jährige ihm noch am Tag vor seinem Sturz erzählte, dass seine Wohnung von Männern in Tarnkleidung umstellt sei. Jemand mit einer Waffe sei auf Borodins Balkon gewesen und mehrere maskierte Männer hätten sich im Treppenhaus aufgehalten, zitierte der Sender 'BBC' den Freund des Journalisten.

"Der Tod von Maxim Borodin ist zutiefst besorgniserregend"

Später rief Borodin zurück und sagte seinem Freund, dass alles nur falscher Alarm gewesen sei. Die Männer rund um seine Wohnung seien angeblich Sicherheitsleute gewesen, die eine Art Übung durchgeführt hätten. Der Freund war zuerst erleichtert. Doch als der 32-Jährige nur einen Tag später lebensgefährlich verletzt auf der Straße gefunden wurde, beschlich ihn ein schrecklicher Verdacht. Was, wenn das doch keine Sicherheitsleute waren? Was, wenn jemand den Journalisten beseitigen wollte?

Maxim Borodin arbeitete zuletzt an einer Reportage über den Tod mehrerer russischer Söldner in Syrien. Die Männer der 'Gruppe Wagner', die von einem privaten Sicherheitsdienst angestellt sind, unterstützen die syrischen Regierungstruppen im Bürgerkrieg. Ist Borodin dabei auf etwas gestoßen, das nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollte?

Manche Leute sind davon überzeugt. Polina Rumjanzewa, die Chefredakteurin des Pressedienstes 'Nowy Den', für den Borodin arbeitete, glaubt jedenfalls nicht an einen Unfall oder einen Selbstmord, berichtete der 'Tagesspiegel'. Auch der OSZE-Beauftragte für Pressefreiheit, der französische Politiker Harlem Désir, twitterte beunruhigt: "Der Tod des Journalisten Maxim Borodin in Russland ist zutiefst besorgniserregend." Er forderte die Behörden auf, den Fall "Schnell und gründlich" aufzuklären.

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