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Haariges Grauen

Jeden Tag eine Desaster-Frise: Was Friseure in der ersten Woche nach dem Lockdown erlebten

Friseure haben in der ersten geöffneten Woche nach dem Lockdown so einige Haar-Katatsrophen zu sehen bekommen.
Friseure haben in der ersten geöffneten Woche nach dem Lockdown so einige Haar-Katatsrophen zu sehen bekommen.
© iStockphoto, iStock

08. März 2021 - 12:01 Uhr

Friseure berichten von den größten Lockdown-Haarsünden

Ob 80er-Jahre-Haarschnitt wider Willen oder streichholzlanger grauer Ansatz - in der ersten Arbeitswoche nach den wochenlangen Salonschließungen haben viele Friseure die eine oder andere haarige Überraschung erlebt. Mitte Dezember mussten sie wegen der Corona-Pandemie bundesweit zumachen, die Haare der Deutschen wuchsen und wuchsen. Unter strengen Corona-Auflagen haben die Profis nun direkt alle Hände voll zu tun, denn so mancher hat in seiner Ungeduld selbst zu Schere, Rasierer oder Farbe gegriffen. Friseure berichten von den größten Lockdown-Haarsünden.

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"Der hat sich zuhause einen Vokuhila geschnitten"

Dennis Creuzberg, der in Berlin zwei Friseursalons betreibt, staunte, als ein Kunde plötzlich mit markanter vorne-kurz-hinten-lang-Frisur, wie man sie aus den 80er-Jahren kennt, auf dem Frisierstuhl Platz nahm. "Der hat sich zuhause einen Vokuhila geschnitten, obwohl er den normalerweise nicht trägt. Er wollte sich die Ohren freischneiden, und jetzt ist aber auch der Nacken so extrem lang geworden, wo er sich nicht rangetraut hat", sagt Creuzberg.

Der 42-Jährige konnte das Malheur aber schnell beheben: "Ich habe die ganzen Seiten und den Hinterkopf auf die gleiche kurze Länge gebracht und dann konnte ich oben wieder ein bisschen Spiel reinbringen. Daraus habe ich ihm jetzt eine schöne klassische Männer-Kurzhaarfrisur geschnitten."

Auch der Hamburger Friseur Jörg Oppermann (50) hat in seinem Salon in den ersten Tagen nach der Wiederöffnung bereits viele Kunden verschönert. So mancher Schopf hatte das nach wochenlanger Frisier-Zwangspause auch dringend nötig: "Ich muss ehrlich zugeben, es sieht alles ein bisschen wild aus. Es sind wahnsinnig lange Längen und rausgewachsene Haare zu finden, und man muss von Grund auf alles neu aufarbeiten", sagt Oppermann.

"Problem, wenn die Leute sich die Haare selber färben"

Der Berliner Salonbetreiber Creuzberg hat hingegen bislang keine wilden Farb-Experimente bei seinen Kunden gesehen - sie hätten eher auf auswaschbare Sprühfarbe gesetzt als aufs Selberfärben. "Zum Glück, weil das ist nämlich ein riesengroßes Problem für uns, wenn die Leute sich zuhause die Haare färben. Das kriegt man ja kaum wieder in die richtige Bahn gelenkt", warnt der Friseur. Auch Oppermann sagt, ihm seien nur vereinzelte Frisier-Experimente aufgefallen: "Nach dem ersten Lockdown gab es mutigere Selbstversuche, aber ich glaube aus der Erfahrung hat man einfach gelernt."

Kann der erste Friseurbesuch alle Haarsünden beheben? Mit ein bisschen Flexibilität des Kunden lasse sich ein haariges Missgeschick gut ausgleichen, sagt der Hamburger Friseur Oppermann: "Retten kann man das meiste." Auf jeden Fall könne der Einsatz eines Profis eine Menge Mut machen, betont auch Creuzberg: "Wenn man ganz katastrophal auf dem Kopf aussieht, ist jede Art von Verbesserung eine Riesenhilfe für Kunden." Wenn die Selbstversuche allerdings so richtig schiefgelaufen seien, brauche man vielleicht auch manchmal Geduld bis zum zweiten Termin.

Allen Menschen, die erst in Wochen einen Termin bekommen haben, raten die Friseure: Durchhalten und nicht in letzter Minute selbst Hand anlegen! Ein Anruf beim Friseur des Vertrauens könne helfen - manchmal werde ganz spontan ein Termin frei. Und auch sonst könne der Profi telefonisch Tipps geben, wie sich die Corona-Mähne bis zum langersehnten Friseurbesuch am besten bändigen lasse - zum Beispiel durch Zöpfe, Tücher oder Mützen.

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