Sie war drei Monate verschwunden

Jayme Closs vom Mörder ihrer Eltern entführt - sein Schock-Geständnis

17. Januar 2019 - 13:00 Uhr

Er zwang sie, sich unter seinem Bett zu verstecken

Was musste dieses Kind alles ertragen? Das Schicksal der 13-jährigen Jayme Closs bewegt die Menschen weit über die Grenzen ihres Heimatdorfes Gordon im US-Bundesstaat Wisconsin hinaus. Sie wurde vom Mörder ihrer Eltern entführt, monatelang von ihm festgehalten und misshandelt. Zuvor musste sie mitansehen, wie Jake Pellington ihre Eltern eiskalt umbrachte. Der 21-Jährige hat das Verbrechen und schockierende Details gestanden.

"Ich habe es getan", sagte er emotionslos

Der Mord und die Entführung ereigneten sich im Oktober vergangenen Jahres, in der vergangenen Woche hatte Jayme sich befreien und flüchten können. Eine Spaziergängerin hatte das abgemagerte Mädchen gefunden und die Polizei alarmiert. Wenig später wurde Jake Pellington verhaftet. "Ich habe es getan", sagte er den Ermittlern. Während der Vernehmung wirkte er US-Medien zufolge emotionslos.

Mittlerweile sind Einzelheiten des grausigen Verbrechens bekannt. Sie fiel Pellington zum Opfer, als er das Mädchen aus einem Schulbus steigen sah. "Er wusste sofort, dass sie das Mädchen war, das er nehmen wollte", zitiert die "Washington Post" aus Gerichtsdokumenten. Danach plante er akribisch den Mord der Eltern und die Verschleppung der Kleinen. So rasierte er sich Kopf und Gesicht, um möglichst keine Spuren am Tatort zu hinterlassen. Mit Handschuhen, schwarzem Mantel, Sturmhaube über dem Kopf überfiel er die Familie. Sein Auto manipulierte er so, dass sich die Beleuchtung nicht automatisch einschaltete.

Wurde sie auch sexuell missbraucht?

Zweimal brach er seine Attacke ab, weil ihn mehrere Autos in der Einfahrt des Hauses irritierten. Beim dritten Anlauf erschoss er Jaymes Vater mit einer Schrotflinte durch ein Fenster in der Haustür und verschaffte sich gewaltsam Zutritt. Mutter und Tochter flohen ins Badezimmer, schlossen sich dort ein und kauerten sich in die Badewanne. Pellington brach die Tür auf, riss den Duschvorhang ab und zog Jayme heraus. Er fesselte das Kind und erschoss ihre Mutter. Anschließend verschleppte er das Kind in seine abgelegene Waldhütte nahe der Stadt Barron.

Was dort monatelang passiert, ist nicht in allen Einzelheiten bekannt. Er zwang Jayme, sich unter seinem Bett zu verstecken. Um das Bett herum baute er Taschen, Körbe und Gewichte auf, damit er bemerkte, wenn das Mädchen sich bewegte. Sogar Besuch habe er gehabt, während sie in ihrem Versteck gefangen war. Häufig habe sie stundenlang in der Dunkelheit verharren müssen, ohne Nahrungsmittel. Auch zur Toilette durfte sie nicht. Selbst, wenn er das Haus verließ, durfte sie sich nicht frei bewegen. Auch von Prügeln mit einem harten Gegenstand berichtet sie den Ermittlern. Ungeklärt ist bisher, ob Jayme Closs auch sexuell missbraucht wurde.

Als sie in der vergangenen Woche sicher war, dass Pellington lange genug wegbleiben würde, befreite sie sich aus ihrem Gefängnis, schnappte sich ein viel zu großes Paar Schuhe und floh. Eine Frau fand das verwahrloste Kind in einer Waldsiedlung und kümmerte sich um Jayme.