Japan: Delfin und 46 Pinguine verwahrlosen in pleitegegangenem Zoo

© Animal Rights Center Japan

6. September 2018 - 15:45 Uhr

Im japanischen Choshi wurden ein Delfin und 46 Pinguine ihrem Schicksal überlassen

Apathisch dreht "Honey" im winzigen Becken seine Kreise, wiederholt ununterbrochen die ewig gleichen Auf- und Ab-Bewegungen mit dem Kopf. Etwas anderes bleibt ihm auch nicht übrig. Der Delfin wurde in dem japanischen "Inubousaki Marine Park" in der Küstenstadt Choshi alleine zurückgelassen, nachdem der Zoo im Januar Pleite gegangen war und seine Pforten schließen musste.

Unter #SaveHoney wird neues Zuhause für Delfin Honey gesucht
Unter dem Hasttag #SaveHoney sucht die Tierschutzorganisation "Animal Rights Center" nun nach einem neuen Zuhause für den Delfin.
© Animal Rights Center

Der "Inubousaki Marine Park" ist nur noch eine runtergekommene Ruine

Wie schlecht es dem Tier gehen muss, das seit Monaten mutterseelenallein in dem verlassenen Aquarium vor sich hinvegetiert, lässt sich beim Anblick der Bilder erahnen, die die japanische Tierschutzorganisation "Animal Rights Center" veröffentlicht hat.

Außer "Honey" überließ der ehemalige Betreiber des Parks auch noch 46 Pinguine ihrem Schicksal. Sie fristen ihr Dasein nun seit Monaten in einem abgewrackten Becken zwischen Bauschutt und Gebäuderuinen. Gelegentlich sollen ein paar der ehemaligen Tierpfleger vorbeikommen, um die Tiere mit dem Nötigsten an Futter zu versorgen.

Delfin Honey ist gesundheitlich und mental in einem schlechten Zustand

Honeys Zustand soll nicht gut sein, schreibt das "Animal Rights Center" auf seiner Homepage. Die Delfindame scheint nicht tauchen zu können, bleibt stets an der Wasseroberfläche. Möglicherweise habe sie auf Grund einer Krankheit Gase im Körper, sagen Tierärzte. Weil ihr Rücken deswegen unentwegt der starken Sonnenstrahlung ausgesetzt ist, sei ihre Haut in einem schlimmen Zustand. Immer wieder wiederhole sie die gleichen monotonen Bewegungen mit dem Kopf – ein Zeichen dafür, dass es dem Tier nicht nur körperlich, sondern auch mental gar nicht gut gehe. Kein Wunder – völlig verlassen in einem winzigen Becken.

Unter #savehoney suchen die Tierschützer Hilfe für die Tiere

Delfine sind sehr soziale Tiere, die in Gruppen zusammenleben. Nun ist Honey schon seit vielen Monaten mutterseelenallein. Vier seiner Artgenossen sollen bereits vor längerer Zeit verendet sein, so die Tierschützer. Die Organisation macht unter dem Hashtag #savehoney auf das Schicksal der Tiere aufmerksam und sucht mit aller Dringlichkeit ein neues Zuhause für Delfin Honey.

Grausame Treibjagd auf Delfine in der Hafenstadt Taiji

Bleibt zu hoffen, dass es den Tierschützern gelingt, Honey an einem besseren Ort mit Artgenossen unterzubringen. Die Delfindame hat ein schweres Schicksal: Geboren als wilder Delfin, wurde sie in jungen Jahren bei einer brutalen Treibjagd gefangen. Die Jäger brachten alle anderen Tiere ihrer Gruppe wegen ihres Fleisches um. Seit Jahren steht Japan international in der Kritik, weil in der Hafenstadt Taiji jedes Jahr tausende Delfine grausam abgeschlachtet werden. In der Gefangenschaft brachte Honey ein Junges zur Welt, das jedoch starb. Delfine gelten als sehr intelligente und soziale Tiere.